Südkoreas unberechenbares Verhalten werde nur seine Vernichtung einläuten, so das Regime.

© Reuters/KCNA

Konflikt
02/19/2013

Nordkorea droht Südkorea mit Vernichtung

Ein nordkoreanischer Diplomat droht dem Nachbarland. Der Korea-Konflikt könnte eskalieren.

Nordkorea hat Südkorea mit der Vernichtung gedroht. Auf der UN-Abrüstungskonferenz in Genf sagte der nordkoreanische Diplomat Jon Yong Ryong am Dienstag, Südkoreas unberechenbares Verhalten werde nur seine Vernichtung einläuten. Wenn die USA, die ein enger Verbündeter Südkoreas sind, sich Nordkorea in feindlicher Absicht näherten, dann habe sein Land keine andere Wahl, als "einen zweiten und dritten noch stärkeren Schritt" zu tun.

Ohne auf den Atomtest Nordkoreas vor wenigen Tagen näher einzugehen sagte Jon, sein Land habe kürzlich massive Schritte zur Selbstverteidigung unternommen. Diese seien "mächtige Gegen-Maßnahmen gegenüber einem ausländischen Aggressor". Die Vertreter der USA, Südkoreas und Großbritanniens reagierten umgehend mit Kritik auf die Äußerungen Jons.

Südkoreas Streitkräfte reagierten mit einem mehrtägigen Seemanöver im Japanischen Meer. Im Mittelpunkt stehe die U-Boot- und Raketenabwehr, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul am Dienstag mit. Neben Kriegsschiffen der südkoreanischen Marine beteiligen sich daran auch US-Flugzeuge zur Seeüberwachung und U-Boot-Jagd.

Mit den Übungen demonstriert Südkorea militärische Stärke gegenüber dem kommunistischen Nachbarn.

Atomsprengsatz getestet

Das kommunistisch regierte Nordkorea hatte am 12. Februar einen Atomsprengsatz unterirdisch getestet und damit Kritik aus der ganzen Welt auf sich gezogen. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Test. Die Führung in Pjöngjang bereitet offenbar weitere Tests vor, wie Reuters aus China erfahren hatte. Der nächste Atomtest werde mit zehn Kilotonnen TNT eine größere Sprengkraft haben als der von vergangener Woche. Ziel der Drohungen Nordkoreas sei es, die USA zu Gesprächen zu zwingen.

Die EU hatte am Montag aus Protest die bestehenden Sanktionen verschärft und geht noch über die von den UN verabredeten Restriktionen hinaus. Die russische Regierung lehnte am Dienstag neue Wirtschaftssanktionen ab, erklärte sich aber bereit, Maßnahmen zu unterstützen, die die Verbreitung von Atomwaffen begrenzen.

Die Atommächte

Nordkorea und die Atomwaffen

Nordkorea hat einen dritten Atomwaffentest unternommen - nach denen von 2006 und 2009. Das Atomprogramm des weitgehend abgeschotteten kommunistischen Staates verunsichert die Weltgemeinschaft und hat wiederholt zu Sanktionsbeschlüssen im UNO-Sicherheitsrat geführt:

1989: Ein US-Spionagesatellit macht erste Aufnahmen der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon.

1994: Pjöngjang legt den Atomreaktor im Rahmen eines Abkommens mit den USA still und erhält dafür Zusagen für den Bau zweier Leichtwasserreaktoren.

1998: Abschuss einer nordkoreanischen Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-1.

2002: US-Präsident George W. Bush erklärt Nordkorea im Jänner zu einem Teil der "Achse des Bösen". Im Dezember reaktiviert Pjöngjang den Atomreaktor Yongbyon und weist Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO bzw. IAEA) aus.

2003: Nordkorea kündigt im Jänner den Atomwaffensperrvertrag auf. Im August beginnen Sechs-Nationen-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms mit Nord- und Südkorea, China, USA, Japan und Russland.

2005: Nordkorea gibt im Februar bekannt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben.

2006: Nordkorea nimmt am 9. Oktober den ersten Atombomben-Test vor. Der UNO-Sicherheitsrat beschließt Sanktionen.

2007: Nordkorea erklärt sich im Februar bereit, die Anlage in Yongbyon abzuschalten und Atominspektoren wieder ins Land zu lassen. Im Juli erklärt die IAEO, Yongbyon sei geschlossen.

2009: Im April startet Nordkorea eine Langstreckenrakete mit tausenden Kilometern Reichweite. Die Regierung in Pjöngjang zieht sich aus den Sechs-Parteien-Gesprächen zurück und kündigt die Wiederaufnahme des Atomprogramms an. Am 24. Mai nimmt Nordkorea einen zweiten Atombombentest vor. Am 12. Juni werden die UNO-Sanktionen verschärft.

2011: Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-il am 17. Dezember kommt sein jüngster Sohn Kim Jong-un an die Macht.

2012: Nach einem fehlgeschlagenen Test der Rakete Unha-3 im April gelingt ein zweiter Abschuss des Raketentyps im Dezember.

2013: Der UNO-Sicherheitsrat verschärft am 22. Jänner die Sanktionen erneut, zwei Tage später kündigt die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest an. Am 12. Februar vollzieht Nordkorea nach eigenen Angaben "erfolgreich" einen unterirdischen Atomtest.

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