Politik | Ausland
13.06.2017

Neofaschistische Wahlliste sorgt für Aufruhr in Italien

Die Wahlliste hatte bereits in den Jahren 2002, 2007, 2012 in der Gemeinde an Wahlen teilgenommen, war jedoch bisher nicht aufgefallen.

Eine neofaschistische Wahlliste, die bei den Kommunalwahlen am Sonntag in einer lombardischen Gemeinde kandidiert und über zehn Prozent der Stimmen erhalten hat, sorgt für Aufregung in Italien. "Fasci italiani" heißt die Liste , die sich auch im Symbol klar am Faschismus inspiriert und in der Gemeinde Sermide e Felonica bei Mantua ihre Spitzenkandidatin in den Gemeinderat gehievt hat.

334 Stimmen erhielt die Kandidatin Fiamma Negrini bei den Kommunalwahlen am Sonntag in ihrer 7.000-Seelen-Gemeinde. Die Präsidentin der Abgeordnetenkammer, Laura Boldrini, appellierte an Innenminister Marco Minniti, die Wahlliste für rechtswidrig zu erklären. Boldrini fragte, wieso die regionale Wahlkommission, die die Rechtskonformität der Kandidaturen prüfen müsse, die neofaschistische Wahlliste zugelassen habe.

Liste ist bisher nicht aufgefallen

Ihr Protest zeitigte Resultate. Die Mitglieder der Kommission, die die Wahllisten für die Provinz Mantua kontrollieren, wurden abgesetzt. Die Wahlliste hatte bereits in den Jahren 2002, 2007, 2012 in der Gemeinde an Wahlen teilgenommen, war jedoch bisher nicht aufgefallen.

"Es ist unglaublich, dass eine Wahlliste, die sich offen für faschistisch erklärt, zu den Wahlen zugelassen wird. Das steht in totalem Konflikt mit den Gesetzen und der italienischen Verfassung. Warum hat das Innenministerium nichts dagegen getan", fragte der Spitzenpolitiker der italienischen Linkspartei Sinistra Italiana, Nicola Fratoianni.