Politik | Ausland
13.11.2016

NATO-Chef mahnt die USA zu Bündnistreue

Die Sicherheitslage habe sich in den letzten Jahren "dramatisch verschlechtert", schreibt Jens Stoltenberg in der britischen Sonntagszeitung "The Observer".

Nach dem Sieg von Donald Trump bei der Präsidentenwahl hat NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg die USA zur Bündnistreue ermahnt. Angesichts eines selbstbewusst auftretenden Russlands und von Konflikten im Nahen Osten habe sich die Sicherheitslage der NATO-Staaten in den vergangenen Jahren "dramatisch verschlechtert", schrieb Stoltenberg in der britischen Sonntagszeitung The Observer.

"Es ist nicht an der Zeit, den Wert der Partnerschaft zwischen Europa und den Vereinigten Staaten infrage zu stellen", schrieb Stoltenberg. Alleingänge seien weder für Europa noch für Amerika eine Option.

Nimmt Trump die Beistandspflicht ernst?

Die Warnungen des NATO-Generalsekretärs zeigen laut Beobachtern, wie groß die Sorge in europäischen Hauptstädten nach dem Wahlsieg Trumps ist. Der Republikaner hatte im Wahlkampf Zweifel daran gesät, ob sich die USA weiterhin zur Beistandspflicht mit den NATO-Partnern im Falle eines Angriffs bekennen - ein Grundprinzip des Verteidigungspakts. Stattdessen kritisierte er immer wieder, dass einige Länder zu wenig für Militär ausgäben und sich lieber von den USA beschützen ließen.

Stoltenberg erinnerte daran, dass der einzige Bündnisfall der Geschichte nach einem Angriff auf die USA ausgerufen wurde - nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Mehr als 1.000 europäische Soldaten hätten dafür in Afghanistan mit dem Leben bezahlt.