NATO-Chef Stoltenberg und der türkische Präsident erdogan

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Politik | Ausland
09/09/2016

NATO-Chef begrüßt türkisches Vorgehen gegen IS

Die türkische Führung hatte nach dem Putsch über eine zu zögerliche Unterstützung der NATO geklagt. Jetzt ist Stoltenberg nach Ankara gereist.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg ist nach Ankara gereist. Der NATO-Chef begrüßt das Vorgehen der Türkei gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Die Regierung in Ankara habe das Recht, sich zu verteidigen, sagte Stoltenberg am Freitag dem türkischen Sender NTV. "Es gab sehr viele terroristischen Anschläge von syrischer Seite auf türkischem Gebiet."

Es war der erste Türkei-Besuch des NATO-Chefs seit dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli. Türkische Einheiten sind Ende August nach Syrien vorgerückt mit der Ankündigung, die IS-Extremisten, aber auch die syrischen Kurden aus dem Grenzgebiet zu vertreiben. Die Kurden sind im Kampf gegen den IS die wichtigsten Verbündeten der USA. Trotz Kritik des NATO-Partners hatte die Regierung in Ankara an der Offensive festgehalten.

Stoltenberg trifft Erdogan

Stoltenberg hat bei seinem Besuch in Ankara die Bedeutung der Türkei für die regionale Sicherheit hervorgehoben. "Eine starke und demokratische Türkei ist unverzichtbar für die Stabilität und Sicherheit in Europa und der Region", sagte Stoltenberg am Donnerstag nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Er lobte den Mut der Türken, die sich dem Militärputsch Mitte Juli entgegenstellten. Jeder Angriff auf die Demokratie in einem Mitgliedstaat der NATO sei "ein Angriff auf die Grundfeste unseres Bündnisses", sagte Stoltenberg.

Die türkische Führung hatte nach dem Putsch über eine zu zögerliche Unterstützung der NATO und des Westens geklagt. Die NATO und auch Stoltenberg persönlich hatten zwar unmittelbar nach dem Putsch ihre Unterstützung für die Regierung in Ankara zum Ausdruck gebracht. Zugleich wurde das NATO-Mitglied aber auch immer wieder nachdrücklich gemahnt, beim Vorgehen gegen die Putschisten die Menschenrechte einzuhalten.