Politik | Ausland
05.12.2011

Mubarak "lag" wieder vor Gericht

Der Prozess gegen Ägyptens Ex-Präsident wurde gleich wieder vertagt. Sein Gesundheitszustand ist schlecht, er liegt im Krankenbett.

In Kairo wurde der Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak fortgesetzt, nach zwei Stunden aber wieder auf den 5. September vertagt. Damit sei Zeit für die Beibringung zusätzlicher Beweismittel gewonnen, begründete der Vorsitzende Richter Achmed Rifaat die Entscheidung. Zuvor hatte das Gericht am zweiten Verhandlungstag lediglich verfahrenstechnische Fragen erörtert.

Wie bereits am ersten Verhandlungstag vor knapp zwei Wochen wurde der 83-jährige am Montag in einem Krankenbett in das Gericht gebracht, wie Bilder des Staatsfernsehens zeigten. Dort unterhielt er sich kurz mit seinen beiden ebenfalls angeklagten Söhne Alaa und Gamal, bevor Richter Ahmed Refaat den zweiten Verhandlungstag für eröffnet erklärte.

Mubarak war zunächst mit einem Helikopter in die Nähe der Polizeiakademie in einem Vorort von Kairo geflogen worden, wo der Prozess aus Sicherheitsgründen stattfindet. Anschließend wurde er mit einem Krankenwagen zu der Akademie gefahren. Mubarak befindet sich in einem schlechten gesundheitlichen Zustand, die Angaben darüber sind aber widersprüchlich.

"Nicht schuldig"

Dem langjährigen Staatschef, der am 11. Februar unter dem Druck wochenlanger Proteste zurückgetreten war, werden die Anordnung von Gewalt gegen Regierungsgegner sowie Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen.

Sollte er wegen Mordes verurteilt werden, droht ihm die Todesstrafe. Der Prozess hatte am 3. August begonnen und war dann vertagt worden. Zum Prozessauftakt hatten Mubarak und seine Söhne auf nicht schuldig plädiert.