Politik | Ausland
15.03.2018

Mord an kleinem Buben entfesselt Wut der Spanier

Trauer.Der "Fall Gabriel" hat seit dem Wochenende sogar die separatistischen Bestrebungen Kataloniens, den Dauerbrenner, aus den Nachrichten verdrängt. Ein achtjähriger Bub aus einem kleinen Ort bei Almaria in Andalusien wurde offenbar von der Lebensgefährtin seines Vaters erwürgt. Er verschwand am 27. Februar , seine Leiche wurde am Sonntag gefunden, als die Verdächtige Frau die Leiche des Buben in ihrem Kofferraum verstaute.

Ein in Spanien veröffentlichtes Video von der Festnahme zeigt, wie die 43-jährige Frau aus Costa Rica ruft: "Ich bin es nicht gewesen." Seither ist Ana Julia Q. so etwas wie Spaniens "Staatsfeind Nr.1" geworden.

Ausgerechnet Gabriels leibliche Mutter ruft die Spanier zu Ruhe und Besonnenheit auf. Sie bittet öffentlich darum, "dass sich die Wut nicht weiter ausbreitet, dass man nicht mehr über diese Frau spricht und dass nur die guten Menschen in Erinnerung bleiben".

Ana Julia Q. hat die Tat gestanden. Sie habe Gabriel während eines Streits einen unglücklichen Schlag versetzt und ihn anschließend erwürgt, zitieren die Zeitungen die Ermittler. Auch kam heraus, dass 1996 ihre eigene Tochter im Alter von vier Jahren bei einem Fenstersturz ums Leben kam. Dieser Fall soll jetzt neu aufgerollt werden. Unterdessen hat Spanien in einer Trauerfeier in der Kathedrale von Almaria von Gabriel Cruz Abschied genommen. König Felipe beteiligte sich an einer Schweigeminute und Formel-1-Star Fernando Alonso twitterte: "Welche Traurigkeit, hoffen wir, dass es Gerechtigkeit geben wird."