Politik | Ausland
15.04.2017

MOAB-Bombe der USA tötete rund 90 IS-Kämpfer

Verstecke der Islamisten in Afghanistan wurden bei dem Abwurf zerstört. Mehr Tote als am Freitag vermutet, aber keine zivilen Opfer.

Beim Abwurf der größten nicht-atomaren US-Bombe in Afghanistan sind nach afghanischen Behördenangaben deutlich mehr Kämpfer der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) getötet worden als zunächst angenommen. Die Bombe habe 92 IS-Kämpfer getötet, sagte der Gouverneur des Bezirks Achin in der Provinz Nangarhar, Esmail Shinwari, am Samstag der Nachrichtenagentur AFP.

Provinzsprecher Attaullah Khogyani sprach von 90 getöteten Dschihadisten. Damit hätte sich die Zahl fast verdreifacht - zunächst war von 36 getöteten Kämpfern die Rede gewesen. Ein Sprecher des Pentagons in Washington hatte die Zahl von 36 Toten am Freitag nicht bestätigen können.

Obwohl die IS-Miliz nach Angaben von Sicherheitsexperten ihre Verstecke in der Nähe der Häuser von Zivilisten angelegt hatte, gab es nach Behördenangaben bei dem US-Bombenabwurf keine zivilen Opfer. Shinwari versicherte am Samstag, es seien keine Zivilisten und keine Militärangehörigen getötet worden. Nach Darstellung der Regierung in Kabul waren tausende Familien bereits in den vergangenen Monaten vor den Kämpfen geflohen.

"Mother of all bombs"

Die US-Armee hatte am Donnerstag erstmals eine Bombe mit der Bezeichnung GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast (MOAB) eingesetzt. Im Militärjargon ist auch von der "mother of all bombs" die Rede. Abgeworfen wurde die mehrere Meter lange Bombe mit einer Sprengkraft von elf Tonnen TNT nach Angaben des Pentagons von einer MC-130-Transportmaschine in der Provinz Nangarhar im Osten Afghanistans.

Tunnel der Islamisten zerstört

Nach Angaben des afghanischen Verteidigungsministeriums wurden bei dem Angriff "strategische" Verstecke der Islamisten sowie ein tief unter der Erde gelegener Tunnelkomplex zerstört.