Politik | Ausland
22.01.2018

Missbrauch: Papst entschuldigt sich für Wortwahl

Nachdem sich Franziskus bei seinem Besuch in Chile vor Missbrauchsopfern im Ton vergriffen hatte, entschuldigt er sich für die aus seiner Sicht "verletzenden" Worte.

Nach Kritik an seinen Äußerungen zu einem Missbrauchsfall in Lateinamerika hat sich Papst Franziskus für seine Wortwahl entschuldigt.

Er habe einen Fehler gemacht, als er vergangene Woche in Chile gesagt habe, es liege "kein einziger Beweis" gegen den chilenischen Bischof Juan Barros vor, sagte das katholische Kirchenoberhaupt laut Nachrichtenagentur Ansa am Montag während einer Pressekonferenz im Papstflieger von Lima nach Rom.

"Viele Missbrauchsopfer verletzt"

Barros wird vorgeworfen, einen pädophilen Priester geschützt zu haben. Dies hatte Franziskus am vergangenen Donnerstag als "Verleumdung" bezeichnet, nachdem er in Chile zuerst um Vergebung wegen der Sexualdelikte vieler Geistlicher gebeten hatte. "Ich muss mich entschuldigen, weil das Wort "Beweis" verletzt hat. Es hat viele Missbrauchsopfer verletzt", sagte der Papst. Viele Missbrauchsopfer könnten gar keine Beweise für das haben, was ihnen widerfahren sei. "Oder vielleicht haben sie welche, aber sie schämen sich und leiden in der Stille", sagte Franziskus.