Angela Merkel muss warten

© REUTERS/MICHAELA REHLE

Besuch bei Trump
03/13/2017

Merkels Reise nach Washington wegen schlechten Wetters abgesagt

Wegen eines Schneesturms wurde der Antrittsbesuch bei Donald Trump auf Freitag verschoben.

Die mit Spannung erwartete Reise der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zum Treffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington lässt noch ein bisschen auf sich warten. Unmittelbar vor dem Abflug musste sie am Montag abgesagt werden. Der Grund: Ein erwarteter Schneesturm an der US-Ostküste.

Inhaltlich dürfte das Treffen weniger Überraschungen bereit halten als die Witterungsbedingungen. Merkel hat bereits vergangenen Freitag erklärt, sie wolle nicht nur die transatlantische Freundschaft betonen. Sie will auch ausloten, was Trumps wirkliche außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitische Ziele sind. Das betrifft zum einen den für die EU entscheidenden Konflikt in der Ukraine, das Verhältnis zu Russland, Libyen und nicht zuletzt Syrien. Zum anderen muss sich Merkel darauf einstellen, dass Trump sie erneut wegen zu geringer Verteidigungsausgaben Deutschlands kritisieren wird. "Merkel muss natürlich die Spionage-Vorwürfe gegen die CIA in Frankfurt ansprechen", fordert der außenpolitische Sprecher der Grünen, Omid Nouripour. "Außerdem muss sie klarmachen, dass es die EU nur als Paket gibt."

Freihandel im Fokus

Weil die Kanzlerin schon von US-Vizepräsidenten Mike Pence in München erste Zusicherungen etwa zum amerikanischen NATO-Engagement erhielt, wird ein Fokus des Gespräches bei wirtschaftspolitischen Themen wie Freihandel liegen. Das ist für Merkel besonders wichtig, weil sie als Gastgeberin des G-20-Gipfels im Juli wissen will, in welchen Bereichen sie mit dem neuen Präsidenten überhaupt zusammenarbeiten kann – und wo man ihm notfalls Widerstand leisten muss.

Dass sie darauf vorbereitet ist, signalisiert Merkel seit Wochen. Schon ihr Glückwunsch nach der Wahl war ungewöhnlich, weil ausgerechnet die bekennende Transatlantikerin einem neuen US-Präsidenten erstmals die Bedingungen für eine gute Zusammenarbeit nannte: die gemeinsame Wertebasis. Am Donnerstag sprach sie davon, dass sich der "Charakter" der transatlantischen Beziehungen geändert habe. Und im Wochenrhythmus gibt die Kanzlerin derzeit Bekenntnisse zum Freihandel ab. Die EU müsse auf Vergeltungsmaßnahmen für Strafzölle vorbereitet sein. Der Ton ist dabei wenig konfrontativ – aber die Botschaft an Washington klar.

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