Politik | Ausland
11.02.2018

Merkel: "Da gehören Junge dazu und Erfahrung"

Ärger in der CDU. Merkel verspricht eine "neue Mannschaft" und will weitere vier Jahre regieren.

Fernsehinterviews zählen nicht gerade zu den Stärken der kamerascheuen Kanzlerin. Angela Merkels sonntägiger Auftritt im ZDF-Polit-Talk "Berlin direkt" will daher was heißen, nämlich dass bei der CDU Feuer am Dach ist. Und Merkel musste es löschen. Wie schon nach dem Debakel bei der Bundestagswahl.

Diesmal sorgt das Verhandlungsergebnis aus den Koalitionsgesprächen für Ärger: Die Kanzlerin habe sich alle wichtigen Ministerien von SPD und CSU abknöpfen lassen, um die Große Koalition – und ihre eigene Macht – zu sichern, so der Tenor.

Im ZDF verteidigte sie ihr Handeln, betrauerte den Verlust des Finanzministeriums – aber, ein Scheitern der Verhandlungen über eine Große Koalition wegen der Ministerien sei "nicht verantwortbar" gewesen.

Unmut gab es zuletzt auch über die Bestückung der künftigen Ministerien. Der CDU-Nachwuchs forderte einen Neuanfang mit Blick auf die Ära nach Merkel. Paul Ziemiak, Chef der Jungen Union, richtete Merkel via Bild am Sonntag aus: "Die Kanzlerin sollte den Mut haben, auch kritische Leute zu Ministern zu machen." Wem er da zu Hilfe eilt: Jens Spahn, Noch-Finanzstaatssekretär und gerne bereit, das Zepter zu übernehmen. Er steht für einen konservativeren Kurs als Merkel. Bisher gab es keine Anzeichen dafür, dass er Minister wird.

Klarheit will Merkel vor dem Parteitag am 26. Februar schaffen und die Kabinettsliste vorlegen. Ob da kritische Geister zu finden sind? Nur so viel, ließ die Kanzlerin wissen: Sie soll "die ganze Breite" unserer Partei abbilden. Es werde eine "neue Mannschaft geben", verspricht sie. "Da gehören Junge dazu und Erfahrung." Sollte die Partei dafür stimmen, will Merkel die volle Legislaturperiode regieren. Sie habe vor der Wahl gesagt, dass sie wieder für vier Jahre antreten wolle. Dies wolle sie auch einhalten. "Ich gehöre zu den Menschen, die Versprochenes einhalten."

Den CDU-Vorsitz wolle sie keinesfalls früher abgeben. "Für mich gehören diese beiden Ämter in eine Hand, um auch eine stabile Regierung führen zu können", sagte Merkel. "Dabei bleibt es."