Politik | Ausland
10.09.2017

Mehr als 20 Tote bei Luftangriff auf IS-Gefängnis

Unter den Opfern des Angriffs der US-Militärkoalition befinden sich auch zahlreiche Gefangene. IS wurde vom Militärflughafen bei Deir ez-Zor vertrieben.

Bei einem Luftangriff der US-geführten Militärkoalition auf ein Gefängnis der Terrormiliz IS ("Islamischer Staat") in Syrien sind Aktivisten zufolge mindestens 23 Menschen getötet worden. Der Angriff sei am Samstag in der ostsyrischen Stadt Abu Kamal (Al-Bukamal) an der Grenze zum Irak ausgeführt worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag.

Unter den Opfern seien 18 Gefangene - darunter zehn Iraker - und fünf Kämpfer der Dschihadisten. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden. Das US-geführte Bündnis gab dazu zunächst keine Stellungnahme ab. In den vergangenen Monaten wurde den USA immer wieder vorgeworfen, bei Luftangriffen in Syrien oder im Irak Zivilisten zu töten.

IS vom Militärflughafen in Deir ez-Zor vertrieben

Die syrische Armee hat indes den IS nach dreijähriger Belagerung vom Militärflughafen der Stadt Deir ez-Zor vertrieben. "Syrische Armeeeinheiten haben zusammen mit ihren Verbündeten die Belagerung des Militärflughafens beendet", berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana am Samstag. Zudem seien die angrenzenden Stadtviertel befreit worden.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilte mit, durch die Beendigung des Belagerung des Flughafens hätten die syrischen Streitkräfte auch die im Westen liegenden Stadtviertel von Deir ez-Zor, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, befreien können. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netzwerk von Aktivisten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite nur schwer überprüft werden.

Der IS kontrolliert seit dem Jahr 2014 einen großen Teil der ölreichen Provinz im Osten Syriens. Die Regierungstruppen hatten am Dienstag mit Unterstützung der russischen Luftwaffe den Belagerungsring um einen Teil der Großstadt Deir ez-Zor durchbrochen, in dem seit 2014 rund 100.000 Menschen ohne regelmäßigen Zugang zu Lebensmitteln oder Medikamenten lebten. Am Donnerstag konnten erstmals wieder Hilfslieferungen in die Stadt gebracht werden.

Letzte Bastion des IS

Auch die von den USA unterstütze kurdisch-arabische Allianz der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) kämpft in Deir ez-Zor gegen den IS. Am Samstag starteten die Verbündeten eine neue Offensive.

Deir ez-Zor ist die letzte syrische Provinz, die vom IS kontrolliert wird. Die Extremistengruppe hat inzwischen im Irak und in Syrien den Großteil der Gebiete verloren, die sie im Sommer 2014 erobert hatte.