Martin geht "in Richtung Kandidatur"

EU-WAHL 2009: WAHLDISKUSSION EU-HAUS/MARTIN (Liste
Foto: APA/hds Hans Peter Martin

Der EU-Rebell will sein politisches Projekt fortsetzen, Experten geben ihm gute Mandats-Chance

Am Mittwoch gab der ORF bekannt, dass er Hans Peter Martin in der EU-Wahlberichterstattung unter die Top-Spitzenkandidaten reiht: Eine Pressestunde und die Teilnahme an der Elefantenrunde sind ihm sicher.

Tatsächlich möchte Martin erneut für das EU-Parlament kandidieren, wie er dem KURIER sagte: "Es geht in Richtung Kandidatur." Allerdings seien zuvor noch "wichtige Fragen zu klären", eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Martin ist die Fortführung seines "politischen Projekts" ein Anliegen. Martin: "Mein politisches Projekt richtet sich an die vielen Menschen, die zu Recht an der EU Missstände kritisieren, aber auch erkennen, dass die FPÖ dafür keine Lösungen hat."

Sollte sich Martin endgültig für ein Wiederantreten entscheiden, wäre dies seine vierte Kandidatur zum EU-Parlament. 1999 war Martin, der damals mit dem Buch "Die Globalisierungsfalle" berühmt geworden war, Spitzenkandidat der SPÖ. 2004 trat er – nach einem Zerwürfnis mit den Sozialdemokraten – erstmals mit einer eigenen Liste an und erreichte auf Anhieb 14 Prozent. 2009 konnte er das Ergebnis auf 18 Prozent steigern und wurde drittstärkste EU-Partei. Beide Male wurde er von der Krone gepusht.

Wegen seines Bekanntheitsgrades und seiner Vorgeschichte geben ihm Experten erneut gute Chancen auf den Einzug ins EU-Parlament, auch wenn es vermutlich diesmal nur mehr für ein Mandat reichen wird (einstelliges Ergebnis ab 5 %).

Martin vertritt die einzige nicht etablierte Partei mit Chancen auf ein Mandat. Ewald Stadler, Ulrike Haider-Quercia und Ex-Martin-Abgeordneter Martin Ehrenhauser grundeln in Umfragen bei ein bis zwei Prozent.

(kurier) Erstellt am
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