Libyen: Rebellen nehmen weitere Städte ein

Die libyschen Rebellen rücken weiter vor und stehen zum Angriff auf Sirte bereit.
Foto: RTS

Die Rebellen stehen nach eigenen Angaben zum Sturm auf Gaddafis Heimatstadt Sirte bereit.

Die libyschen Rebellen haben zwei weitere Orte nahe der Küstenstadt Suara im Westen des Landes eingenommen. Die beiden Orte Al-Jamil und Selten, von denen die Kämpfer des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi Suara mehrere Tage lang beschossen hatten, waren am Samstag unter Kontrolle der Aufständischen, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Soldaten Gaddafis hätten Al-Jamil kampflos geräumt, sagte der Chef des Militärrats von Suara, Abdul Asis. Auch in Selten habe es kaum Widerstand gegeben.

Al-Jamil war von den Einwohnern weitgehend verlassen. "80 Prozent der Bewohner sind fort, sie haben Gaddafi gehört und geglaubt, wir würden stehlen, vergewaltigen und morden", sagte der 30-jährige Rebellenkämpfer Marwan Mejuf. Die Aufständischen riefen die Einwohner über die Lautsprecher der Moscheen auf, keine Angst zu haben und sich der Rebellion anzuschließen. Suara liegt auf der Küstenstraße zwischen Tripolis und der tunesischen Grenze. Dort hatten die Rebellen am Freitag den wichtigen Übergang Raz Jedir eingenommen.

Erste Geschäfte eröffnet

Die Aufständischen in Libyen stehen nach eigenen Angaben nun zum Angriff auf die Küstenstadt Sirte bereit. Zunächst solle aber weiter der Ausgang von Verhandlungen mit den Stammesführern über eine friedliche Übergabe der Heimatstadt des untergetauchten Diktators Muammar al-Gaddafi abgewartet werden, berichtete der arabische Nachrichtensender al-Jazeera am Sonntag.

Sirte ist eine der Städte, die nach dem Fall von Tripolis noch in der Hand von Gaddafi-Unterstützern ist. Sie liegt etwa in der Mitte zwischen der libyschen Hauptstadt und der Rebellen-Hochburg Bengasi.

Tripolis war Sonntag früh ruhig, nachdem in der Nacht in mehreren Vierteln Gewehr- und Geschützfeuer zu hören gewesen war. Es war zunächst unklar, ob es sich dabei um Gefechte oder um Freudenfeiern handelte. Nach Angaben der Rebellen hatten sie am Samstag die Gegend um den Flughafen unter ihre Kontrolle gebracht. AFP-Reporter berichteten, dass auch das Viertel Salaheddin, in dem es am Freitag noch Gefechte gegeben hatte, ebenfalls in der Hand der Rebellen war. In dem Viertel Abu Slim, wo bis Donnerstagabend gekämpft worden war, öffneten am Sonntag wieder die ersten Geschäfte.

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(APA, dpa / stb) Erstellt am
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