Politik | Ausland
01.07.2017

Leichen von Berlin- und Nizza-Attentäter in Tunesien eingetroffen

Anis Amri und Mohamed Bouhlel sollen in ihrem Heimatland Tunesien bestattet werden.

Fast zur selben Zeit sind am Freitagabend die Leichen des Berlin-Attentäters Anis Amri und des 31-jährigen Tunesiers Mohamed Lahouaiej Bouhlel, der für das Attentat in Nizza am 14. Juli 2016 verantwortlich gemacht wird, in Tunis eingetroffen. Die Leichen trafen zur Beerdigung im Heimatland der beiden Attentäter, Tunesien, ein, wie italienische Medien berichteten.

Die Leichen Amris und Bouhlels wurden für eine Autopsie in ein Krankenhaus der Hauptstadt Tunis gebracht. Amris Familie soll für die Rückführung der Leiche laut italienischen Medien 3.960 Euro gezahlt haben. Wegen Problemen mit den Kosten der Rückführung befand sich Amris Leiche seit Dezember in einer Mailänder Aufbahrungshalle. Italien hatte sich geweigert, die Kosten für die Rückführung der Leiche zu übernehmen. Am Samstag soll Amri in seiner Heimatprovinz Kairouan in Zentraltunesien beigesetzt werden, Bouhlel in seinem Heimatort Msaken bei Sousse.

Amri hatte am 19. Dezember 2016 einen gekaperten Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt bei der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gesteuert. Beim bisher schwersten islamistischen Terroranschlag in Deutschland starben zwölf Menschen, fast 70 wurden verletzt. Obwohl der Tunesier als sogenannter Gefährder von Behörden beobachtet wurde und auch im Drogenmilieu aktiv war, konnte er sich weiter frei bewegen. Nach dem Attentat floh er außer Landes und wurde am 23. Dezember bei einer Ausweiskontrolle in Sesto San Giovanni bei Mailand von Polizisten erschossen.

Bouhlel war am 14. Juli in Nizza mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gerast. Er tötete 86 Menschen. Außerdem feuerte er mit einer Pistole auf Polizisten, bevor diese ihn erschossen.