Politik | Ausland
12.03.2018

Le Pen wirft Le Pen politischen Mord vor

Der Parteigründer empfindet die Umbenennung des Front National in Rassemblement National als "katastrophal".

Der Mitgründer der rechtsextremen Front National, Jean-Marie Le Pen, hat seine Tochter Marine wegen der geplanten Umbenennung der Partei scharf angegriffen. Die Aufgabe des bisherigen Namens sei ein "wahrhaftiger politischer Mord", sagte der 89-Jährige am Montag dem Rundfunksender France Inter.

"Ich finde es katastrophal, dass man den Namen Front National aufgibt, denn dies ist ein unverwechselbarer und unverzichtbarer Orientierungspunkt."

Die FN-Chefin Marine Le Pen hatte auf dem Parteitag am Sonntag Rassemblement National ("Nationale Sammlung") als neuen Namen vorgeschlagen. Darüber stimmen nun die Parteimitglieder ab. Änderungen von Parteinamen sind in Frankreich keine Seltenheit. Die bürgerliche Rechte hatte sich vor einigen Jahren in Les Républicains unbenannt.

Jean-Marie Le Pen machte deutlich, dass er die vom Parteitag beschlossene Statutenänderung, wonach es den Posten des Ehrenvorsitzenden nicht mehr gibt, nicht hinnehme. "Man hat das Amt des Ehrenvorsitzenden abgeschafft (...), aber ich behalte diesen Titel, der mir vom Parteitag 2011 gegeben wurde", sagte er dem Sender. Der umbenannten Partei wolle er nicht angehören. Er behielt sich auch vor, möglicherweise den alten Namen Front National wieder aufzunehmen. Ins Detail ging er dabei nicht.

Der Mitgründer war 2015 aus der Partei ausgeschlossen worden, nachdem er mehrmals die Gaskammern der Nazis als "Detail der Geschichte" bezeichnet hatte. Den Ehrenvorsitz hatte er aber behalten, Gerichte hatten das bestätigt.