Deutschlands Präsident Joachim Gauck (l.) und sein Amtskollege Ibrahim Boubacar Keita in Bamako am 12. Februar 2016.

© APA/AFP/HABIBOU KOUYATE

Afrika
02/13/2016

Kurz vor Gauck-Besuch: Tote bei Angriff auf UN-Stützpunkt

Dschihadisten bekannten sich zu Attacke in Mali. Sechs Blauhelmsoldaten getötet.

Kurz vor einem Besuch des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck in Mali sind bei einem Angriff auf die UN-Mission Minusma sechs Blauhelmsoldaten getötet worden. Laut UNO wurden rund 30 weitere Blauhelme verletzt, als Extremisten Freitag früh den UN-Stützpunkt in Kidal im Nordosten attackierten. Die mit Al-Kaida verbündete malische Jihadistengruppe Ansar Dine bekannte sich zu dem Angriff

Nach Minusma-Angaben wurde der UN-Stützpunkt mit Raketen und einer Autobombe attackiert. Die getöteten Blauhelmsoldaten stammten aus Guinea. Zuvor war von fünf getöteten UN-Sodaten die Rede gewesen. Kurz nach der Attacke in Kidal wurden bei einem weiteren Angriff in der Nähe von Timbuktu drei malische Soldaten getötet. Sie seien von Jihadisten aus einem Hinterhalt angegriffen worden, sagte ein Vertreter der malischen Armee.

Wenige Stunden nach der Attacke traf Gauck in der Hauptstadt Bamako ein. Der Bundespräsident traf sich dort mit Malis Staatschef Ibrahim Boubacar Keita, anschließend wollte er unter anderem mit deutschen Soldaten und Vertretern der Minusma-Mission zusammenkommen. In dieser Woche hält sich auch der neue Minusma-Chef Mahamat Saleh Annadif in der Region auf. Er verurteilte den Anschlag auf den UN-Stützpunkt als "abscheulich und unverantwortlich".

Chaos seit Militärputsch

Mali war nach einem Militärputsch im März 2012 ins Chaos gestürzt. Ansar Dine, die sich zu dem Anschlag vom Freitag bekannte, gehört zu mehreren islamistischen Gruppierungen, die vom März 2012 bis Anfang Jänner 2013 den Norden Malis unter ihrer Kontrolle hatten. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich griff schließlich militärisch ein, um das Vorrücken der Islamisten und Rebellen vom Norden in den Süden des Landes zu stoppen und die geschwächten Regierungstruppen zu unterstützen. Später übergaben die Franzosen die Verantwortung an die Minusma.

Gefährlichste UN-Mission

Der Einsatz gilt als die gefährlichste UN-Mission weltweit. Meist ereignen sich die Anschläge im Norden Malis, wo Islamisten und Tuareg-Rebellen sich weiter mit Gewalt Macht und Einfluss zu sichern versuchen. Erst vor einer Woche waren bei einem Überfall auf einen UN-Stützpunkt in Timbuktu ein malischer Soldat und mindestens vier Angreifer getötet worden. Zu der Attacke bekannte sich das Terrornetzwerk Al-Kaida.

Auch Österreich leistet einen Beitrag: 15 Soldaten sollen an der UNO-Mission Minusma in Nord-Mali teilnehmen. Das Kontingent der EU-Trainingsmission in Mail wird auf bis zu 20 österreichische Soldaten erhöht.

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