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Syrien-Konflikt
12/04/2015

Kurden im Irak: "Wir haben genug gelitten"

Der kurdische Politiker Sadi Pire sprach in Wien über den Kampf gegen den IS und Erwartungen an die Türkei.

von Michael Andrusio

Bei einer Podiumsdiskussion am Österreichischen Institut für Internationale Politik sprach der kurdische Politiker Sadi Pire am Donnerstag über den Nahen Osten. Pire, der für die Außenbeziehungen der Partei "Patriotische Union Kurdistan" (PUK) zuständig ist, kann aktuell über Erfolge der Peschmerga-Kämpfer im Kampf gegen den IS im Irak berichten. "Wir haben über 1000 Kilometer Frontline mit dem IS. Mit alliierter Unterstützung sind die Peschmerga auf dem Vormarsch", berichtet er. Zudem sprach Sadi Pire über...

...die Instabilität im Nahen Osten?

"Niemand kann beweisen , dass es je Stabilität in der Region gegeben hätte. Wir reden von einer Fehlgeburt, wenn wir von Grenzen reden. Sie wurden im Sinne der Kolonialherren gezogen“, sagt Pire. "Mehrvölkerstaaten sind meist nicht von langer Dauer, man hat das in Europa zuletzt beim Zerfall Jugoslawiens gesehen." Und fügt hinzu: "Die Kurden sind mit leeren Händen übrig geblieben, aufgeteilt auf mehrere Saaten."

…wie der IS zu besiegen ist?

"Erstens militärisch im Kampf: Mann gegen Mann. Zweitens ideologisch. Der IS will sich über den Koran legitimieren. Das muss man in den Moscheen widerlegen. Und drittens braucht es eine internationale Solidarität für einen gemeinsamen Kampf gegen den IS."

…über einen eigenen Kurdenstaat?

"Wir sind nicht die Mehrheit im Irak und wir sind eigentlich gegen einen kleinen kurdischen 'Binnenstaat'. Wenn man uns Kurden die gleichen Rechte gibt, ist ein eigener Staat nicht notwendig. Wenn man uns diese Rechte aber verweigert, müssen wir uns etwas anderes überlegen. Es geht nicht, dass Schafe von Wölfen bewacht werden."

…was die Kurden von der Türkei erwarten?

"Die Türkei sollte für mehr Stabilität in der Region sorgen und schauen, dass sie sich mehr 'Freunde schafft'. Wir wollen mit allen unseren Nachbarn gut auskommen. Wir Kurden haben genug gelitten, es wird Zeit, dass man uns mehr Aufmerksamkeit schenkt."

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