Politik | Ausland
21.12.2017

Kuba: Raul Castro tritt im April als Staatschef ab

Der 86-Jährige bleibt zwei Monate länger im Amt als geplant. Der Staatsrat wird dann einen Nachfolger bestimmen.

Der kubanische Präsident Raul Castro wird im kommenden April von seinem Amt als Staatschef abtreten. Das Parlament der sozialistischen Karibikinsel kündigte am Donnerstag in der Hauptstadt Havanna an, dass das ursprünglich für den 24. Februar erwartete Ende seiner Amtszeit auf den 19. April verschoben werden solle. Dann soll die kubanische Nationalversammlung einen Nachfolger wählen.

Castro hatte schon bei seiner Wiederwahl im Februar 2013 angekündigt, dass dies seine letzte Amtszeit sein werde. Als Grund für die Verlängerung der Amtszeit um zwei Monate wurden nun "außergewöhnliche Umstände" wegen des Hurrikans "Irma" genannt. Durch den Wirbelsturm waren im vergangenen September zehn Menschen ums Leben gekommen und große Schäden entstanden.

Zunächst provisorisch übernommen

Der heute 86-jährige Castro hatte das höchste Staatsamt im Sommer 2006 zunächst provisorisch von seinem erkrankten älteren Bruder Fidel übernommen. 2008 und 2013 wurde er vom Volkskongress für zwei je fünfjährige Amtszeiten gewählt. Fidel Castro starb im November 2016 im Alter von 90 Jahren. Raul Castro ist auch Chef der Kommunistischen Partei Kubas und dürfte dies über seine Amtszeit als Staatsratsvorsitzender hinaus bleiben.

Raul Castro war nach dem Sieg der kubanischen Revolution 1959 jahrzehntelang die Nummer zwei auf der Insel, bevor er seinen Bruder an der Spitze ablöste. Er leitete Ende 2014 gemeinsam mit Präsident Barack Obama eine Normalisierung der Beziehungen zwischen Washington und Havanna ein. 2015 nahmen die jahrzehntelang verfeindeten Länder wieder diplomatische Beziehungen auf, 2016 reiste Obama nach Kuba. Raul Castro veranlasste auch vorsichtige Wirtschaftsreformen. Eine politische Öffnung des kommunistischen Ein-Parteien-Systems blieb aber aus.