Politik | Ausland
11.03.2014

Ex-Premier Sanader erneut schuldig gesprochen

Es ist das dritte Urteil wegen Korruption gegen den kroatischen Politiker.

Der ehemalige kroatische Ministerpräsident mit guten Verbindungen nach Österreich ist am Dienstag zum dritten Mal in einem Korruptionsprozess schuldig gesprochen worden. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, dann muss Ivo Sanader für neun Jahre in Haft. Er sieht sich als unschuldig und wittert eine Hetzkampagne.

Durch Aufträge an die PR-Firma Fimi Media hatten Sanader und sein Umfeld Millionenbeträge aus öffentlichen Firmen in die Taschen seiner HDZ-Partei geleitet. "Sanader scheute auch nicht davor zurück, selbst zu profitieren", so die Anklage. Die heute größte Oppositionspartei HDZ wurde zur Rückgabe von umgerechnet 3,16 Millionen Euro illegal erworbener Mittel verurteilt (Sanader von 1,98 Millionen Euro). Ihr droht der Boykott.

Zudem ging es in dem Prozess um Postenbesetzungen in Staatsunternehmen, die diese ruinierten und Arbeitsplätze kosteten.

"Jedes Urteil ist eine Botschaft. Die Botschaft hier ist, dass politische Korruption ein Übel ist und sich nicht auszahlt", sagte die Richterin.

Vieles wurde anhand eines Notizbuches rekonstruiert, das die Ex-Buchhalterin der Partei geführt hatte. Sie und weitere Mitangeklagte hatten Sanader mit ihren Geständnissen schwer belastet.

2010 war der zuvor zurückgetretene Sanader in Österreich festgenommen worden. Er ist zwei Mal – nicht rechtskräftig – wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Unter anderem, weil er der Hypo gegen Provisionen den Weg am kroatischen Markt geebnet hatte.