Politik | Ausland
24.10.2017

Knobloch: AfD-Einzug in Bundestag "verheerend"

Ex-Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland: "Sorge mich um unsere Demokratie".

Der Einzug der nationalkonservativen AfD in den deutschen Bundestag ist nach Worten der früheren Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, ein "verheerender Einschnitt in der Geschichte des Parlaments". Der "Norwest-Zeitung" (Dienstag) sagte die Beauftrage für Holocaust-Gedenken des World Jewish Congress: "Ich sorge mich um unsere Demokratie und unser Land."

"Ich sorge mich um unsere Demokratie und unser Land."

Es sei zu befürchten, dass die Thesen und Tiraden der AfD die politische Debatte und Kultur verändern. "Das schadet dem Ansehen Deutschlands in der Welt." Die AfD schere mit gezielten Tabubrüchen und Provokationen bewusst aus dem gewachsenen demokratischen Konsens aus.

Holocaust-Sager von Höcke

Der Thüringer Landesvorsitzende Björn Höcke hatte im Jänner für bundesweite Empörung gesorgt, als er bei einer Rede das Berliner Holocaust-Mahnmal ein "Denkmal der Schande" nannte. Zugleich hatte er eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" gefordert. AfD-Fraktionschef Alexander Gauland hatte im September gesagt, die Deutschen dürften stolz sein auf "die Leistungen deutscher Soldaten" im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig forderte er, einen Schlussstrich unter die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus zu ziehen.