Politik | Ausland
08.08.2017

Klimawandel-Studie: Vertuschung befürchtet

Ein Report zeigt die Folgen der Erderwärmung auf – Forscher befürchten, dass US-Präsident Donald Trump die Ergebnisse zurückhalten könnte.

Die Sorge ist groß, die Nerven sind angespannt: Wie die New York Times berichtet, zeigt der Entwurf einer Analyse, die US-Forscher im Auftrag der Nationalen Wissenschaftsakademie erstellt haben, dass die Folgen des Klimawandels in den USA bereits jetzt sicht- und spürbar sind. Die Durchschnittstemperaturen im Land haben demnach stark zugenommen: Die vergangenen Jahrzehnte seien die heißesten seit 1500 Jahren gewesen.

Das dürfte der Regierung von US-Präsident Donald Trump gar nicht gefallen. Denn die Studie widerspricht deutlich den Aussagen von Trump und seinen Mitstreitern, wonach der menschliche Einfluss auf den Klimawandel ungewiss ist und dessen Effekte nicht prognostizierbar sind.

Angst vor Manipulation

Da der Bericht noch nicht veröffentlicht wurde und zuvor von der nationalen Umweltschutzbehörde EPA abgesegnet werden muss, befürchten die Wissenschaftler, dass die Regierung die Ergebnisse zurückhalten oder manipulieren könnte. Scott Pruitt, ein Vertrauter der Kohle- und Ölindustrie, den Trump zum EPA-Chef gekürt hatte, glaubt selbst nicht, dass Kohlendioxid direkt für die Erderwärmung verantwortlich sei. Laut New York Times hat seine Behörde in den vergangenen Monaten fast 30 Umweltregulierungen aufgehoben, blockiert oder vertagt.

Nun ist es das erste Mal, dass sie – unter Pruitts Leitung – mit einer umfangreichen, kritischen Studie konfrontiert wird, berichtet Geowissenschaftler Michael Oppenheimer von der Universität in Princeton. Er und seine Kollegen wollen ganz genau hinsehen, wie mit den Ergebnissen umgegangen wird.

Erst Anfang Juni hatte Trump das Pariser Klimaabkommen aufgekündigt und das damit begründet, amerikanische Interessen für immer an erste Stelle zu setzen.