Sam Ebale bietet Flüchtlingen in Kenia Lehr-Ausbildungen an

© /Jugend Eine Welt

kenia
10/27/2016

"Der große Traum der Teenager heißt Europa"

Viele Flüchtlinge in Kenia wollen in die EU. Christoph Leitl besucht heute das Land: Wirtschaftskooperation soll den Migrationsdruck mindern

von Walter Friedl

Im Beisein von Außenminister Sebastian Kurz wird Österreichs Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl in Kenia ein neues rot-weiß-rotes Kapitel aufschlagen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten wird heute die Außenwirtschaftsstelle in der Hauptstadt Nairobi wieder eröffnet. Sie soll heimischen Unternehmen als Sprungbrett in den boomenden ostafrikanischen Markt dienen. So soll auch die nationale Ökonomie angekurbelt werden, damit sich die Menschen nicht auf den Weg nach Europa machen.

Denn diese Gefahr ist groß – gerade unter den 600.000 Flüchtlingen, die sich in Kenia befinden. "Die Teenager unter ihnen haben nur einen großen Traum: Irgendwie in die EU zu kommen. Dafür würden sie alles riskieren", sagt Sam Ebale im KURIER-Gespräch. Der Salesianer-Pater kümmert sich im Lager Kakuma um die dort untergebrachten 180.000 Flüchtlinge und wird dabei von der österreichischen Hilfsorganisation "Jugend Eine Welt" (JEW) unterstützt.

Diesem Camp, eigentlich nur für 90.000 Menschen ausgelegt, droht nun das völlige Chaos. Der Grund: Weil Dadaab, mit 340.000 Menschen das größte Flüchtlingslager der Welt, nach dem Plan der kenianischen Regierung im kommenden Monat geschlossen werden soll, droht Kakuma ein weiterer Zuzug.

Bessere Zukunft mit Lehrausbildung

Ebale, der auf Einladung von JEW in Wien war, bemüht sich mit seinem Team in Kakuma, den 15- bis 34-Jährigen eine solide Ausbildung zu geben, damit sie in Zukunft ihr Leben alleine meistern können: "Wir haben Tischler-, Elektriker, Mechaniker-, Installateur- sowie Schneider-Lehren im Angebot, vermitteln aber auch Sekretariats- und Computerkenntnisse."

Da es unter der autochthonen Bevölkerung, dem nomadisierenden Turkana-Volk, aber Missmut wegen der Hilfe für die Flüchtlinge gab, während für den lokalen Stamm nichts abfiel, kanalisiert Sam Ebale nun 20 Prozent der Gelder in Projekte für die Turkana, den Rest wendet er für die Flüchtlingshilfe auf.

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