Politik | Ausland
07.09.2017

Kartoffelsuppe und FKK: Kurioses im deutschen Wahlkampf

Die Kanzlerin buhlt mit Küchengeheimnissen um Wähler, Linke-Politiker kämpft für Nackte am Strand.

Angela Merkel geht im Wahlkampf bis zum Äußersten: Sie wird privat. „Ich zerstampfe die Kartoffeln immer selbst mit einem Kartoffelstampfer und nicht mit der Püriermaschine“, verriet sie dem Magazin Bunte das Geheimnis ihrer oft gelobten Kartoffelsuppe.

Solche Sätze sind eine Steilvorlage für Satiriker, etwa jene der „Heute-Show“ im öffentlich-rechtlichen deutschen ZDF. „Endlich: Merkels verbindlichste Aussage in zwölf Jahren Kanzlerschaft“, schreibt die Redaktion zur Causa Kartoffelsuppe.

Doch nicht nur Merkel, sondern auch Politiker aus nahezu allen wahlkämpfenden Parteien haben in den vergangenen Wochen und Monaten für Gesprächsstoff gesorgt. Da gab es zum Beispiel Gregor Gysi von der Linkspartei. Der erfahrene Medienprofi beklagte im Playboy das Verschwinden von FKK im Osten.

SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz legte in seinem Gerechtigkeitswahlkampf mit den Golfspielern des Landes an. Mit Blick auf die Bosse der Autoindustrie sagt er: „Mich interessieren die Golffahrer deutlich mehr als diese Golfspieler. Die Arroganz dieser Leute gefährdet einen ganzen Industriezweig.“ Eine „Frechheit“ und „öffentliche Diffamierung“ sei das, donnerte Claus M. Kobold, Präsident des Deutschen Golf Verbands.

CDU-Politiker Jens Spahn machte sich öffentlich Sorgen um die deutsche Sprache. In Berliner Cafés spreche das Personal oft nur noch Englisch mit den Kunden. Das gehe ihm „auf den Zwirn“, so Spahn. Mit dieser Meinung ist er in Berlin gar nicht so allein.

Nachdem das Interview der Neuen Osnabrücker Zeitung Spahn ins Gespräch gebracht hatte, legte er nach. In der Zeit kritisierte Spahn, die Hipster, also die vermeintlich coolen Leute, schotteten sich mit ihrem Englisch ab. „Hipster-Hass als Wahlkampf-Thema. Groß!“, kritisierten Mode-Blogger.

FDP-Chef Christian Lindner wirkt auf Wahlplakaten wie ein Rasierwasser-Model. Er ist so präsent, dass das Satiremagazin Extra 3 ein Bild mit dem Spruch versieht: „Alle elf Sekunden verliebt sich ein Liberaler in sich selbst.“

Manche fühlten sich bei Lindner, der zu seiner Haartransplantation steht, an einen Vertreter erinnert, der eine Thermomix-Maschine verkauft. Die Twitteraktion „ThermiLindner“ war geboren.