Abschiebungen: Merkel gesteht Nachlässigkeit

Angela Merkel spricht auf einer Veranstaltung des dbb beamtenbund und tarifunion.
"Wo Recht gesetzt ist, muss dieses Recht auch umgesetzt werden", sagt die deutsche Kanzlerin.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel drängt darauf, Algerien, Marokko und Tunesien zu sicheren Herkunftsländern zu erklären. Hinsichtlich der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber kündigte Merkel bei der Jahrestagung des deutschen Beamtenbunds am Montag eine "nationale Kraftanstrengung" an.

"Wo Recht gesetzt ist, muss dieses Recht auch umgesetzt werden", sagte Merkel. Wer als Schutzbedürftiger einen Aufenthaltstitel habe, müsse auch integriert werden. Wer hingegen keinen Schutzstatus habe, müsse "unser Land wieder verlassen". Merkel gestand ein, dass in der Vergangenheit "die Umsetzung beider Teile nicht so ernsthaft verfolgt" worden sei wie nötig. Nun sei dies eine "Aufgabe für alle" und eine Herausforderung für die gesamte Regierung.

Angela Merkel spricht auf der dbb Jahrestagung 2017 vor einem großen Publikum.
German Chancellor Angela Merkel delivers a speech during the yearly meeting of Germany's government workers union Deutscher Beamtenbund (dbb) in Cologne, Germany January 9, 2017. REUTERS/Wolfgang Rattay

Berlin-Attentäter: Abschiebung an fehlenden Papieren gescheitert

Was die sicheren Drittstaaten angeht, werde sich die Regierung bemühen, "gemeinsame Lösungen zu finden", sagte Merkel. Sie hoffe, dass sich dann dafür auch Mehrheiten im Bundestag fänden. Die Erfahrung zeige, dass die Behörden wesentlich schneller darüber entscheiden könnten, ob ein bestimmter Asylbewerber bleiben dürfe, wenn feststehe, ob sein Herkunftsland grundsätzlich sicher sei.

Die Abschiebung des aus Tunesien stammenden Weihnachtsmarktattentäters von Berlin war an fehlenden tunesischen Papieren gescheitert. Er war aus der Haft entlassen worden.

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