Einwanderung: Trudeau will Trump zeigen, wie es geht

Canadian Prime Minister Justin Trudeau greets the …
Foto: AP/Todd Korol Justin Trudeau möchte mit Donald Trump sprechen

Nach dem vorübergehenden Einwanderungsstopp der USA möchte der kanadische Premier mit seinem US-Kollegen über den "Erfolg der der kanadischen Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik" diskutieren.

Kanada gilt für viele als das bessere Amerika. Zum einen verfolgt das Land im hohen Norden traditionell eine liberalere Politik als die USA, zum anderen wird Kanada unter Auswanderern immer beliebter – und dürfte nach dem vorübergehenden Einwanderungsstopp von Donald Trump die USA im Image-Ranking überholen. der US-Präsident hatte einen dreimonatigen Einreisestopp für Bürger der sieben muslimischen Staaten Irak, Iran, Libyen, Somalia, Sudan, Syrien und Jemen verfügt (Fragen und Antworten gibt es hier).

Das Flüchtlingsprogramm der USA wurde für 120 Tage ausgesetzt, die Einreise syrischer Flüchtlinge auf unbestimmte Zeit gestoppt. Die Begründung Trumps: Man wolle "radikale islamische Terroristen" fernhalten.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sicherte daraufhin in den USA abgewiesenen Flüchtlingen zu, in Kanada Zuflucht zu finden. Er hat den Willen seines Landes bekräftigt, weiterhin Flüchtlinge aufzunehmen - unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit. "An alle, die vor Verfolgung, Terror und Krieg flüchten, Kanada wird euch willkommen heißen, ungeachtet eures Glaubens. Vielfalt ist unsere Stärke", teilte Trudeau via Twitter mit. Seine Kurznachricht wurde bereits über 380.000 Mal geteilt. Kanada hat seit Dezember 2015 allein 35.000 Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen; jeder fünfte Einwohner Kanadas ist laut der letzten Volkszählung im Ausland geboren.

Über Kanadas Erfolg diskutieren

Trumps kanadischer Kollege ging zwar nicht direkt auf das umstrittene Dekret ein, ein Sprecher erklärte allerdings, dass Trudeau sich freue, bei einem Gespräch mit dem neuen US-Präsidenten über "den Erfolg der kanadischen Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik diskutieren zu können".

Obwohl es wie in allen Ländern Integrationsschwierigkeiten gibt, gilt Kanada als vorbildliches Einwanderungsland. Im November vergangenen Jahres kündigte Immigrationsminister John McCallum an, 2017 rund 300.000 Zuwanderer aufzunehmen, darunter 40.000 Flüchtlinge. Die Zuwanderung spiele "eine wichtige Rolle beim Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Welt", sagte McCallum damals. Sie trage zum Wirtschaftswachstum und zur Innovation bei. Canada's Prime Minister Justin Trudeau speaks to t Foto: REUTERS/CHRIS BOLIN

Die kanadische Einwanderungspolitik wendet sich vor allem an qualifizierte Arbeitskräfte. Die Qualifikation wird per Test und Punktesystem überprüft. Für Schutzsuchende können kanadische Bürger und Organisationen seit den Siebzigerjahren über ein nationales Programm Patenschaft für einen Flüchtling oder eine Familie, um ihnen etwa bei der Wohnungssuche oder bei Behördenwegen zu helfen.

Regierungskabinett mit Einwanderern

Für den Hype um das Land sorgt auch Premier Trudeau selbst. Der von vielen als "Kanadas Kennedy" bezeichnete Regierungschef gilt für viele als der Rockstar der nordamerikanischen Politik. In seinem Kabinett herrscht nicht nur eine Geschlechter-Parität (15 Frauen / 15 Männer), sondern sitzen auch Minister mit Wurzeln außerhalb Kanadas (mehr dazu hier). Einwanderungsminister ist Ahmed Hussen, der erste kanadische Parlamentarier somalischer Abstammung; Verteidigungsminister ist Harjit Sajjan, der in Indien geboren wurde; und Maryam Monsef, die als Kind aus Afghanistan geflüchtet ist, besetzt den Posten als Ministerin für Frauen.

Unter dem Hashtag #WelcomeToCanada twitterte Trudeau auch noch ein Foto: Es zeigt den Premierminister, der von einem Flüchtlings- oder Einwandererkind in die Hocke gegangen ist um es zu begrüßen. Das Bild enthält keinen Hinweis, wann und wo es entstanden ist, aber es könnte vor einem Jahr aufgenommen worden sein, als Trudeau persönlich Flüchtlinge aus Syrien in Toronto begrüßt hatte. aus den Augen. "Mir war es damals sehr wichtig, im Namen aller Kanadier diese Menschen zu begrüßen."

(KURIER) Erstellt am
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