Politik | Ausland
14.04.2017

Cannabis in Kanada: "Verbot gescheitert"

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass das Aufziehen von vier Cannabis-Pflanzen für den Eigenbedarf erlaubt ist.

Kanada will als zweites Land nach Uruguay den Konsum von Haschisch auch zum Genuss erlauben. Die kanadische Regierung legte am Donnerstag einen Gesetzesentwurf über die Legalisierung von Cannabis vor. Die medizinische Nutzung von Cannabis ist in Kanada bereits seit 2001 erlaubt. Die Regierung von Premierminister Justin Trudeau strebt an, dass die neue Regelung im kommenden Jahr in Kraft tritt.

"Wir wissen, dass das Verbot gescheitert ist", sagte der Abgeordnete und frühere Polizeichef Bill Blair vor Journalisten. "Die Legalisierung soll den Zugang zu Cannabis regulieren und begrenzen und Kanada sicherer machen." Der Gesetzentwurf sieht klare Beschränkungen vor. Verstöße sollen streng geahndet werden, wie der Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, ankündigte.

Zugang erst ab 18 Jahren erlaubt

Der Gesetzentwurf sieht vor, dass das Aufziehen von vier Cannabis-Pflanzen für den Eigenbedarf erlaubt ist. Außerdem dürfen Bürger bis zu 30 Gramm der Droge besitzen. Der Zugang zu Cannabis soll aber erst ab 18 Jahren erlaubt sein. Der Handel mit Cannabis außerhalb der strengen Richtlinien, der Verkauf der Droge an Jugendliche und das Autofahren unter dem Einfluss von Cannabis bleiben verboten.

Das Gesetz lehnt sich eng an die Empfehlungen einer Expertenkommission an, die ihre Ergebnisse im Dezember vorgelegt hatte. Die Mehrheit der Kanadier unterstützt die Legalisierung von Cannabis. Dennoch dürften die Pläne in den kommenden Monaten zu heftigen Debatten im Parlament führen.

Der Liberale Trudeau hatte 2013 zugegeben, in seinem Leben fünf bis sechs Mal Haschisch geraucht zu haben - darunter bei einem Abendessen mit Freunden nach seiner Wahl ins Parlament. Trudeau ist seit dem Jahr 2015 Premierminister.

Wo Kiffen im Urlaub erlaubt ist

Hie gibt es im Urlaub nicht nur Sightseeing und Wellness-Kuren:

Amsterdam, Niederlande

Auch wenn sich die Situation in den letzten Jahren etwas verschärft hat, ist Amsterdam immer noch der Klassiker, wenn es um Kiffer-Urlaub geht. Eh klar, die Coffee-Shops sind weltberühmt. Dort wird Cannabis von der Polizei toleriert, kann verkauft und geraucht werden. Weiche Drogen sind in den Niederlanden zwar nicht komplett legalisiert, aber der Gebrauch wird seitens der Polizei geduldet, wenn der Konsum diskret erfolgt.

Colorado, USA

Seit der Legalisierung von Marihuana 2014 im US-Bundesstaat Colorado blüht das Geschäft mit Touristen, die einzig zum Rauchen kommen. Sieben Gramm Haschisch darf ein Urlauber kaufen. Zu den Touristenhits zählen Kochkurse für Kiffer, Cannabis-Yoga und Marihuana-Bustouren, und geschlafen wird in einem der "Bud+Breakfasts" der Hotelgruppe Maryjane.

Barcelona, Spanien

Die Cannabis-Clubs in Spanien befinden sich in einer rechtlichen Grauzone. Nach Schätzungen gibt es im Land 350 bis 500 unauffällige und von außen nicht erkennbare Clubs, davon etwa 300 allein in Barcelona, vorwiegend in der Altstadt. Wer nach Barcelona reist und kiffen will, muss aber Vorbereitungen treffen, Marihuana rauchen darf nur, wer seit wenigstens zwei Wochen in einem Cannabis-Club Mitglied ist.

Tel Aviv, Israel

Erlaubt ist der Konsum von Cannabis in Israel einzig zu medizinischen Zwecken, wer sich ohne Rezept einen Joint reinzieht, macht sich strafbar. Da die Polizei in Tel Aviv in der Regel aber nicht eingreift, hängen die Graswolken vor den Bars tief, alleine wer hier ein paar mal Tief einatmet, könnte sich schon beflügelt fühlen.

Prag, Tschechien

Auch wenn Prag oft als das " Amsterdam des Ostens" bezeichnet wird, ist die Gesetzeslage nicht ganz so liberal, wie es einige vermuten. In der Tschechischen Republik wird zwar der Konsum und der Besitz von Drogen zum Eigenbedarf toleriert, der Handel ist aber nicht legal. Auch eigene Coffeeshops wie in Amsterdam gibt es hier nicht.

Uruguay

Seit 2013 ist Uruguay das erste Land der Welt, das Cannabis legalisiert hat, um organisierte Kriminalität effektiv zu bekämpfen. Privatpersonen ist es erlaubt, jährlich bis zu 40 Gramm zu kaufen, und sie dürfen außerdem zu Hause den grünen Daumen erproben und bis zu sechs Cannabis-Pflanzen anbauen.Achtung: Touristen dürfen das jedoch nicht.