Politik | Ausland
10.12.2017

Jerusalem: Papst mahnt zur "Besonnenheit und Vorsicht"

Das Kirchenoberhaupt spricht von einer "Heiligen Stadt" für Juden, Christen und Muslime.

Papst Franziskus hat es am Sonntag als "absolut notwendig" bezeichnet, den gegenwärtigen Status von Jerusalem aufrechtzuerhalten. Diese Position des Vatikan sei "wohlbekannt", erklärte das katholische Kirchenoberhaupt. Jerusalem sei eine "Heilige Stadt für Juden, Christen und Muslime auf der ganzen Welt".

Der Papst wandte sich damit implizit gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und die US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

"Spirale der Gewalt" vermeiden

Der Papst bekräftigte seinen Aufruf vom Mittwoch, in der Jerusalem-Frage müssten "alle" mit "Besonnenheit und Vorsicht" agieren. An die Regierungen weltweit appellierte er, "zu diesem besonders gravierenden Zeitpunkt" das Abgleiten in eine "neue Spirale der Gewalt" zu vermeiden und die einschlägigen Resolutionen der UNO zu beachten.

"Nur eine von Israelis und Palästinensern erzielte Verhandlungslösung" könne im Nahen Osten "einen stabilen und dauerhaften Frieden zwischen zwei Staaten mit international anerkannten Grenzen garantieren", erklärte der Papst.

Die christlichen Kirchen sind in Jerusalem mit zahlreichen Gotteshäusern und Institutionen vertreten. Hunderttausende Christen pilgern zu den heiligen Stätten, die ihnen aus dem Alten und Neuen Testament bekannt sind. Im Mittelalter unternahmen Christen mehrere Kreuzzüge, um Jerusalem zu erobern.