Politik | Ausland
13.11.2017

Jemen: Flug- und Seehäfen werden geöffnet

Saudi-Arabien will die Blockade gegen das von einer Hungersnot bedrohte Bürgerkriegsland lockern. Zunächst sollen innerhalb von 24 Stunden alle Häfen geöffnet werden.

Eine Woche nach Beginn einer Blockade hat Saudi-Arabien die Öffnung der Flug- und Seehäfen im Bürgerkriegsland Jemen angekündigt. Es würden weiterhin alle Schritte unternommen, um das Leiden der jemenitischen Bevölkerung zu lindern, teilte die saudische Vertretung bei den Vereinten Nationen am Montag über Twitter mit.

Als erster Schritt würden innerhalb von 24 Stunden die Häfen unter Kontrolle der jemenitischen Regierung wieder geöffnet, darunter der Hafen in der südjemenitischen Stadt Aden. Ein von Saudi-Arabien geführtes Bündnis fliegt im Jemen Luftangriffe gegen Houthi-Rebellen. Die Koalition hatte am vergangenen Montag die Flug- und Seehäfen geschlossen. Es reagierte damit auf einen Angriff der schiitischen Houthis auf die saudische Hauptstadt Riad mit einer Rakete.

Hungerkatastrophe

Hilfsorganisationen warnten jedoch, dem Land drohe durch die Blockade eine der größten Hungerkatastrophen weltweit. Mehr als 20 Millionen Menschen sind dort auf humanitäre Hilfe angewiesen. Bereits an vergangenen Wochenende hatte Jemens Transportminister Murad al-Halimi angekündigt, die Koalition werde die Blockade teilweise aufheben.

Wann der Flughafen in Jemens Hauptstadt Sanaa sowie der Seehafen in Hudaida geöffnet werden, ging aus der Erklärung nicht hervor. Beide sind für humanitäre Hilfe wichtig, stehen aber unter Kontrolle der Huthis. Die Koalition forderte UN-Generalsekretär Antonio Guterres auf, ein Expertenteam zu entsenden, um die Kontrollmechanismen in Hudaida zu überprüfen, wie es hieß. Der Waffenschmuggel des Irans an die Houthis müsse unterbunden werden. Der schiitische Iran, ein Rivale des sunnitischen Saudi-Arabiens, unterstützt im Jemen die Rebellen.