Politik | Ausland
14.11.2017

Izetbegovic' Kosovo-Aussagen erregen Unmut in Serbien

Bosnisches Präsidiumsmitglied bekundete Hoffnung auf Anerkennung des Kosovo durch Bosnien-Herzegowina.

Mit einer Aussage zur möglichen Anerkennung des Kosovo durch Bosnien hat Bakir Izetbegovic, bosniakisches (muslimisches) Präsidiumsmitglied Bosnien-Herzegowinas, für heftige Reaktionen in Serbien gesorgt. Serbiens Innenminister Nebojsa Stefanovic kündigte für Donnerstag eine Eilsitzung des Nationalen Sicherheitsrates in Belgrad an.

In einem Interview mit dem TV-Sender "Deutsche Welle" am Montag bekundete Izetbegovic seine Hoffnung auf die Anerkennung des Kosovo durch Bosnien. Er hoffe, dass es dazu kommen werde, meinte er.

Stefanovic zeigte sich daraufhin empört und meinte, dass der Kommentar Izetbegovics "nicht wohlwollend" sei. Eine eventuelle Anerkennung des Kosovo durch Bosnien würde den "schwersten Schlag" darstellen, den ein Nachbarland Serbien versetzen könnte, meinte er gegenüber Belgrader Medien.

Mladen Ivanic, serbisches Mitglied der bosnischen Staatsführung, schloss eine eventuelle Anerkennung des Kosovo unterdessen völlig aus. Würde das Thema vor das Staatspräsidium kommen, würde er den Mechanismus zum Schutz von "lebenswichtigen nationalen Interessen" aktivieren, präzisierte Ivanic. Die bosnischen Serben widersetzen sich seit Jahren einer eventuellen Anerkennung des Kosovo, weshalb dieses Thema von der Staatsführung auch nicht behandelt wurde. Der für seinen Separatismus bekannte bosnisch-serbische Präsident Milorad Dodik bezeichnete Iztebegovic trotzdem "als serbischen Feind Nummer Eins".

Mehrere nicht-staatliche Organisationen in Bosnien und in Serbien erachteten die heftigen Reaktionen auf den Kommentar Izetbegovics unterdessen als übertrieben.