Politik | Ausland
10.12.2017

Italien: Renzi schließt Regierung mit Berlusconi aus

"Wir werden keine Regierung mit Berlusconi bilden. Ich arbeite hart, damit es zu einer PD-Regierung kommt", so Renzi.

Italiens Ex-Premier Matteo Renzi, Chef der stärksten Partei im italienischen Parlament, der Demokratischen Partei (PD), hat eine Allianz mit der Forza Italia, der Gruppierung seines Vorgängers Silvio Berlusconi nach Parlamentswahlen in Italien ausgeschlossen. "Wir werden keine Regierung mit Berlusconi bilden. Ich arbeite hart, damit es zu einer PD-Regierung kommt", so Renzi.

Renzi zeigte sich im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica" am Sonntag überzeugt, dass seine Demokratische Partei eine wesentliche Rolle in der nächsten Legislaturperiode spielen werde. Er selber werde sich stark politisch engagieren. Die PD-Partei müsse um jede einzelne Stimme kämpfen. Vor negativen Umfragen dürfe man nicht resignieren, sagte Renzi.

Spaltungen machen Renzi zu schaffen

Seine Gruppierung duelliere sich mit der populistischen Fünf Sterne-Bewegung um den Platz als stärkste Einzelpartei. Spaltungen im Linkslager machen Renzi zu schaffen. Nachdem vor einer Woche die mit der PD konkurrierende Wahlallianz "Frei und gleich" (Liberi e uguali) gegründet wurde, zeigte sich Renzi kritisch. Die Zersplitterung im Linkslager begünstige die Rechte, warnte der Ex-Premier.

Parlamentswahlen sind in Italien im kommenden Frühjahr geplant, doch einen Wahltermin gibt es noch nicht. Renzis zerstrittene PD muss mit starker Konkurrenz rechnen. Neben der nach wie vor in Umfragen starken populistischen Fünf Sterne-Bewegung um den Ex-Starkomiker Beppe Grillo spürt auch die Mitte-Rechts-Allianz nach jüngsten Wahlerfolgen Rückenwind. Diese könnte laut jüngsten Umfragen auf 36 Prozent der Stimmen kommen.