Politik | Ausland
13.12.2017

Israelischer Minister lädt saudischen Kronprinz ein

Yisrael Katz sieht in Saudi-Arabien entscheidenden Partner für Friedensprozess im Nahen Osten.

Wie die israelische Tageszeitung Haaretz in ihrer Onlineausgabe berichtet, hat der israelische Minister für Nachrichtendienste, Yisrael Katz, den saudischen Kronprinz Mohammed bin Salman zu Gesprächen nach Israel eingeladen.

In einem Interview mit der arabischpsrachigen Zeitung Elaph, die als saudisches Sprachrohr zum Ausland gilt, bezeichnete Katz das Königreich Saudi-Arabien als die Führungsmacht der arabischen Welt. Saudi-Arabien, so Katz weiter, sei ein wichtiger Partner in Hinblick auf einen Friedensprozess im Nahen Osten, weshalb Israel Verhandlungen mit dem saudischen Königreich auf jeden Fall begrüßen würde.

Kronprinz ist Thronfolger

Gleichzeitig hat der Sondergipfel islamischer Staaten am Mittwoch als Reaktion auf das umstrittene Vorgehen der USA Ost-Jerusalem als Hauptstadt Palästinas anerkannt. "Wir verkünden, dass wir den palästinensischen Staat anerkennen, dessen Hauptstadt Ost-Jerusalem ist", zitierte die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu aus der Erklärung des Gipfels der Organisation für Islamische Kooperation ( OIC). Anlässlich des Gipfels hat der amtierende saudische König Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud erklärt, dass Palästina ein Recht auf Ost-Jeruslaem als Hauptstaat habe.

König Salman hatte im Juni den bisherigen Kronprinzen seines Amtes enthoben und seinen 31-jährigen Sohn Mohammed bin Salman zu seinem neuen Thronfolger erkoren. Beobachter rechnen damit, dass der betagte König in naher Zukunft seinen Thron an Mohammed bin Salman abtreten wird. Dieser zählt aufgrund seiner strikten Haltung dem Iran gegenüber als wichtiger Verbündeter der USA.

In Feindschaft verbunden

Der schiitisch dominierte Iran gilt als großer Widersacher des sunnitischen Saudi Arabiens um die Führungsrolle der Muslime im Nahen Osten. Der Konflikt spitzt sich besonders zu, seit sich der Iran nach dem Abschluss des Atomabkommens und der anschließenden Öffnung, mehr und mehr in der Region engagiert.

Auch in Israel wird der Iran angesichts seines Atomprogramms und seiner anti-israelischen Haltung als zunehmende Bedrohung empfunden.

In der jüngeren Vergangenheit sollen deshalb erste Kontakte zwischen Israel und Saudi-Arabien stattgefunden haben, die offiziell keine diplomatischen Beziehungen miteinander pflegen. So soll Prinz bin Salman seit 2015 bereits mehrmals hohe israelische Offizielle getroffen haben, zuletzt dieses Jahr in Jordanien.