Politik | Ausland
08.11.2015

Israel nahm Abschied von Ex-Präsident Navon

Navon stand zwischen 1978 und 1983 an der Spitze des Staates. Am Sonntag wurde er beigesetzt.

Israel hat am Sonntag Abschied von seinem fünften Staatspräsidenten genommen. Izchak Navon wurde mit einer feierlichen Gedenkzeremonie auf dem Herzl-Berg in Jerusalem beigesetzt. Er war am Freitag im Alter von 94 Jahren gestorben. Der Politiker von der Arbeitspartei stand zwischen 1978 und 1983 an der Spitze des Staates.

Während dieser Zeit fiel der Friedensschluss des Landes mit Ägypten. Nach seiner Amtszeit als Präsident blieb Navon der Politik unter anderem als Erziehungsminister treu. Vor der Beisetzung wurde der Sarg Navons am Sonntag im Präsidentenamt aufgebahrt, Tausende von Bürgern nahmen Abschied. Staatspräsident Reuven Rivlin sagte in seiner Trauerrede, Navon habe eine zentrale Rolle beim Aufbau des Staates Israel gespielt.

Shimon Peres, zwischen 2007 und 2014 selbst israelischer Präsident, erinnerte an die große Beliebtheit seines engen Freundes: "Wir verabschieden heute einen unserer besten Söhne. Unser fünfter Präsident war nicht nur beliebt wie kein anderer und wusste, wie er Zuneigung gewinnen konnte. Er konnte auch zurücklieben", sagte Peres in einer am Samstag verbreiteten Video-Botschaft.
Navon war 1921 in Jerusalem als Sohn einer sephardischen Familie geboren worden. Zuerst arbeitete er als Lehrer, von 1953 an war er mehr als ein Jahrzehnt lang politischer Sekretär des Staatsgründers und ersten Ministerpräsidenten David Ben Gurion.

Ministerpräsident Benjamin Netanyahu würdigte Navon am Sonntag als "einen der ehrenhaftesten und wichtigsten Söhne der Nation". Er habe sein Leben dem israelischen Volk und seinem Staat gewidmet.

Schriftsteller

Navon, der auch als Schriftsteller bekannt wurde, erzählte einer israelischen Zeitung 2009 über seine Zeit als Präsident: "Ich hatte das Gefühl einer großen Verantwortung, aber auch großen Befriedigung. Ich kannte alle Teile der Bevölkerung. Es sind Juden aus 102 Ländern gekommen, die 81 Sprachen sprechen - wie kann man die alle zu einer Nation verbinden? Das sah ich als meine Aufgabe."