Protest in der israelischen Armee (Symbolbild)

© REUTERS/BAZ RATNER

Siedlungen
09/12/2014

Israel: Elite-Einheit stellt sich gegen Regierung

Man sei nicht mehr bereit, "die Rechte von Millionen zu verletzen", heißt es in einem Schreiben.

Ein ungewöhnlicher Protest gelang am Freitag in die Öffentlichkeit: 43 Elite-Aufklärer der israelischen Armee lehnen es ab, sich weiter an Einsätzen zu beteiligen, die sich gegen die Palästinenser richten. Die Informationen der Einheit würden benutzt, um unschuldigen Zivilisten zu schaden, schrieben die Soldaten in einem Brief an Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Moshe Jaalon.

Sie ermöglichten politische Verfolgung und spalteten die palästinensische Gesellschaft durch das Anwerben von Informanten. Der Brief wurde am Freitag der israelischen Nachrichtenseite ynet veröffentlicht. Er wurde neben anderen von einem Major, zwei Hauptleuten und einem Leutnant unterzeichnet. Die vollen Namen wurden aber nicht genannt.

"Wir können nicht mit gutem Gewissen weiterhin in diesem System dienen und die Rechte von Millionen Menschen verletzten", heißt es in dem Schreiben. Die Soldaten kritisierten auch den Ausbau der jüdischen Siedlungen im Westjordanland.

Unit 8200

Die größte Geheimdienst-Einheit des israelischen Militärs, die Unit 8200, fängt elektronische Kommunikation wie Mails, Telefonate und Aktionen in sozialen Netzwerken ab, und überwacht militärischen und diplomatischen Kontakt. Die Unterzeichner des Schreibens sind der Ansicht, dass ein großer Teil ihrer Arbeit nichts mit Israels Sicherheit zu tun habe; die Maßnahmen schienen ihnen vielmehr dafür geschaffen, die Besetzung weiterzuführen, indem man alle Aspekte des palästinensischen Lebens "infiltriert" und "kontrolliert".

In dem Brief heißt es: "Wir, Veteranen der Unit 8200, Reservisten von gestern und heute, erklären, dass wir uns weigern, an Aktionen gegen Palästinenser teilzunehmen und weiterhin als Werkzeuge dafür dienen, die militärische Kontrolle in den besetzten Gebieten zu vertiefen."

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