Viele der als Sexsklavinnen gehaltenen Mädchen sind jünger als 14 Jahre.

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IS-Terror gegen Frauen
12/23/2014

Amnesty: IS foltert und vergewaltigt

Laut AI begehen viele junge Frauen Selbstmord, um Missbrauch durch IS zu entgehen.

Die Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) verübt in ihrem Herrschaftsbereich nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen gegen Mädchen und Frauen. Hunderte oder sogar Tausende Frauen und Mädchen der jesidischen Minderheit im Irak seien Opfer schlimmster sexueller Gewalt, so Amnesty am Dienstag in London. "Folter, Vergewaltigung und andere Formen sexueller Gewalt an jesidischen Mädchen und Frauen, die entführt wurden, belegen das Ausmaß der Verrohung der Gruppe, die sich selbst Islamischer Staat nennt", erklärte die Organisation.

Viele der als Sexsklavinnen gehaltenen Mädchen seien jünger als 14 Jahre. Sie würden zwangsverheiratet, als "Geschenke" an islamistische Kämpfer übergeben, gefoltert und vergewaltigt. Seit August gebe es eine "Welle der ethnischen Säuberung" durch den IS in der Region Sinjar, erklärte die Menschenrechtsorganisation. Amnesty hat für eine Dokumentation "Der Hölle entronnen" mit mehr als 40 Frauen und Mädchen gesprochen, die in der Sinjar-Region von IS-Angehörigen verschleppt worden waren.

Schicksale

Stellvertretend für andere berichtete Amnesty über das Schicksal der 19-jährigen Jilan, die sich nach Angaben ihres Bruders aus Angst, vergewaltigt zu werden, selbst tötete. Ein Mädchen, das gemeinsam mit Jilan verschleppt worden war und entkommen konnte, bestätigte die Angaben: "Eines Tages brachte man uns Tanzkleider und befahl uns, zu baden und sie anzuziehen. Jilan schnitt sich noch im Badezimmer die Pulsadern auf und erhängte sich. Sie war sehr schön. Sie wusste, dass sie von einem Mann verschleppt werden würde, deshalb brachte sie sich um".

Eine weitere ehemalige Gefangene berichtete, wie sie und ihre Schwester vergeblich versuchten, sich mit Schals gegenseitig zu strangulieren, um einer Zwangsehe zu entgehen. Sie sei ohnmächtig geworden und habe tagelang nicht sprechen können, sagte die 27-jährige Wafa. Zwei andere Frauen hätten sie schließlich daran gehindert, sich zu töten. "Sie haben unser Leben zerstört", sagte die 16-jährige Randa, die mit ihrer Familie verschleppt und von einem doppelt so alten Mann vergewaltigt worden war.

"Viele der Sexsklavinnen sind noch Kinder, Mädchen im Alter von 14, 15 Jahren oder noch jünger", erklärte Amnesty-Psychologin Donatella Rovera. Sie sprach von "katastrophalen" psychischen und physischen Folgen für die Opfer dieser extremen sexuellen Gewalt. "Viele von ihnen wurden gefoltert und wie Gegenstände behandelt. Selbst diejenigen, die fliehen konnten, bleiben zutiefst traumatisiert".

Syrien: Mehr als 1000 Dschihadisten getötet

Die Islamisten hatten bei ihrer Blitzoffensive im Irak im Sommer das Sinjar-Gebirge eingenommen und dabei tausende Jesiden getötet und Mädchen und Frauen verschleppt. Das war einer der Gründe, die US-Präsident Barack Obama bewogen, Luftangriffe auf die Miliz im Irak und in Syrien zu autorisieren und eine internationale Anti-IS-Allianz zu schmieden.

Seit Beginn der US-geführten Angriffe am 23. September habe es in Syrien mindestens 1171 Tote gegeben, darunter 1046 Kämpfer des Islamischen Staats (IS), berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag. Auch 72 Kämpfer der islamistischen Al-Nusra-Front und 52 Zivilisten seien getötet worden. Die oppositionsnahe Organisation bezieht ihre Informationen aus einem Netz von Aktivisten und Ärzten vor Ort, ihre Informationen sind unabhängig nicht überprüfbar.

Westen unterschätzt die IS-Gefahr dramatisch

Nach seiner Reise in die von der Terror-Miliz „Islamischer Staat“ (IS) beherrschten Gebiete in Syrien und dem Irak warnt der deutsche Publizist Jürgen Todenhöfer eindringlich: „Der Westen unterschätzt die IS-Gefahr dramatisch.“ Die Dschihadisten, die dem ehemaligen CDU-Mandatar Sicherheitsgarantien gaben, seien „erheblich cleverer und gefährlicher“ als hierzulande angenommen. Sie seien von einer tiefen Siegeszuversicht geprägt und hätten bereits staatliche Strukturen aufgebaut – vor allem im Sicherheits- und Sozialbereich.

Ziel des IS sei es, alle „Nicht-Gläubigen zu töten“. Das betreffe vor allem Schiiten, Jesiden, Hindus oder Atheisten. Ausgenommen seien Christen und Juden. Todenhöfer weiter: Der IS habe die Wirkung eines „nuklearen Tsunamis“.

Laut der gut informierten Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden seit Beginn der US-geführten Luftschläge vor drei Monaten allerdings mehr als 1100 Dschihadisten getötet. Die meisten von ihnen gehörten der IS-Terror-Miliz an, es befanden sich aber auch Kämpfer der islamistischen Al-Nusra-Front darunter.

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