Politik | Ausland
22.03.2017

IS-Dolmetscher vor deutschem Gericht geständig

Der 19-Jährige stand mit dem Austro-Jihadisten Mohamed M. in Verbindung.

Ein mutmaßlicher Übersetzer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Deutschland, der mit dem Austro-Jihadisten Mohamed M. in Kontakt gestanden sein soll, hat ein Geständnis abgelegt. Die Vorwürfe der Bundesanwaltschaft seien zutreffend, erklärte der 19-Jährige aus Duisburg am Mittwoch beim Prozessauftakt vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf. Er ist wegen Unterstützung des IS angeklagt.

Der Mann war am 14. Juli 2016 festgenommen worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Der Angeklagte soll über einen Messengerdienst mit dem aus Österreich stammenden IS-Terroristen Mohamed M. in Kontakt gestanden sein. Für die Propagandaarbeit des IS soll er neun Texte ins Deutsche und Englische übersetzt oder auf Fehler kontrolliert haben. Die Texte seien zumindest teilweise im Internet im IS-Propagandamagazin "Dabiq" veröffentlicht worden.

Mohamed M., in Wien geborener Sohn ägyptischer Einwanderer, der wegen Bildung und Förderung einer terroristischen Vereinigung verurteilt wurde und in Österreich vier Jahre in Haft saß, gilt als Führungsfigur in der IS-Propaganda-Arbeit für den Westen. Ein 2015 aufgetauchtes Video zeigte ihn, wie er zum Krieg gegen die "Ungläubigen" aufruft und im syrischen Palmyra eine vor ihm kniende Geisel erschießt. Seitdem gibt es immer wieder Gerüchte über seinen Tod. Bestätigen konnte es bisher keiner.