Politik | Ausland
19.07.2017

Irans Außenminister: USA vergiftet internationales Klima

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe "illegale Sanktionen" beschlossen.

Nach der Verhängung neuer US-Sanktionen gegen Teheran hat der iranische Außenminister Mohammed Jawad Zarif den USA vorgeworfen, auf Eskalation statt auf Entspannung zu setzen. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe "illegale Sanktionen" beschlossen, "um das internationale Klima zu vergiften", sagte Zarif am Dienstag (Ortszeit). Der iranische Chefdiplomat kündigte an, bei der Zwischenbilanz zum Atomabkommen mit dem Iran am Freitag in Wien werde er sich beschweren, dass die USA Strafmaßnahmen dem Abkommen entgegen nicht aufgehoben hätten. An dem Treffen beteiligen sich außer dem Iran und den USA auch die vier anderen UNO-Vetomächte und Deutschland.

Weiter offen für Gespräche

Zarif wies darauf hin, dass er keinen Kontakt zu US-Außenminister Rex Tillerson habe. Mit dessen Vorgänger John Kerry hatte Zarif hingegen im Zuge der Verhandlungen über das Atomabkommen sehr oft gesprochen. Er sei aber weiter offen für Gespräche mit Tillerson, sagte Zarif während eines Besuchs bei den Vereinten Nationen in New York dem katarischen Nachrichtensender Al-Jazeera. Die fünf UNO-Vetomächte und Deutschland hatten das Atomabkommen mit dem Iran im Juli 2015 geschlossen. Trump hatte es im Wahlkampf als "schlimmsten Deal", der jemals geschlossen worden sei, gebrandmarkt. Am Montag ließ er allerdings mitteilen, dass seine Regierung an dem Abkommen festhalte, weil der Iran sich an dessen Auflagen halte. Kurz nach dieser Ankündigung verhängte die Trump-Regierung allerdings wegen anderer iranischer Aktivitäten neue Sanktionen gegen das Land.