Russische Sukhoi SU-25 Kampfflugzeuge sind bereits im Irak eingetroffen. Nun wartet die Regierung nur noch auf F-16-Kampfflugzeuge und Apache-Kampfhubschraubern aus den USA.

© REUTERS/STRINGER/IRAQ

Irak
06/29/2014

Russische Kampfflugzeuge gegen Jihadisten

Der irakische General Ali al-Saidi fordert autonome Gebiete für Kurden, Schiiten und Sunniten.

Inmitten des Kampfs gegen die Jihadisten hat der Irak die ersten kürzlich von Russland gekauften Sukhoi-Kampfjets erhalten. Die ersten Flugzeuge vom Typ Su-25 seien eingetroffen, berichtete der Fernsehsender Al-Irakiya am Samstag unter Berufung auf einen Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Kampf gegen Jihadisten

Es wird erwartet, dass die irakische Luftwaffe die Maschinen so schnell wie möglich für den Kampf gegen die Jihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) einsetzen wird. Der irakische Ministerpräsident Nuri al-Maliki hatte am Donnerstag bekannt gegeben, aus Russland mehr als ein Dutzend Suchoi-Flieger für schätzungsweise bis zu 500 Millionen Dollar (368 Millionen Euro) zu kaufen.

Die Flugzeuge sind besonders für Bodenangriffe ausgelegt. Es ist aber unklar, ob die irakische Luftwaffe ausreichend für den Einsatz in den Maschinen ausgebildete Piloten hat. Das irakische Militär wartet auch noch auf eine bereits zugesagte Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen und Apache-Kampfhubschraubern aus den USA.

Russland: "Nicht tatenlos zusehen"

Bagdad bittet die USA zudem seit Wochen darum, sie im Kampf gegen die Extremisten mit Luftangriffen zu unterstützen. Washington verlegte zunächst jedoch nur 180 Militärberater in den Irak, um sich ein besseres Bild von der Lage zu machen und die einheimischen Sicherheitskräfte zu unterstützen.

Am Samstag sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Riabkow seinerseits bei einem Besuch in Syrien, Russland werde dem Vormarsch der Islamisten im Irak "nicht tatenlos zusehen". Konkrete Schritte kündigte er aber nicht an.

Großoffensive in Tikrit

Die irakische Armee hatte am Samstag eine Großoffensive zur Rückeroberung der zentralirakischen Stadt Tikrit begonnen. Auf die Heimatstadt des früheren Machthabers Saddam Hussein rücken tausende Soldaten vor, unterstützt werden sie von Kampfflugzeugen, Panzern und Artillerie.

ISIS-Rebellen hatten die Stadt am 11. Juni in ihre Gewalt gebracht. Der Armeeeinsatz ist die bisher größte Aktion der irakischen Streitkräfte seit dem Beginn der ISIS-Offensive vor bald drei Wochen.

Am Sonntag sprach sich Papst Franziskus in einem eindringlichen Appell für die nationale Einheit des Irak und für ein Ende der Gewalt aus. Man müsse im Dialog alles Mögliche versuchen, um einen Bürgerkrieg in dem Land zu vermeiden, sagte er am Sonntag laut Kathpress bei seinem Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Aufteilung in autonome Zonen

Unterdessen hat der irakische General Ali al-Saidi eine Aufteilung des Landes in autonome Zonen gefordert. "Alle Gruppen [Schiiten, Sunniten und Kurden, Anm.] sollen ihre eigenen Regionen erhalten. Das ist die einzige Lösung", sagte der Kommandant der Welt am Sonntag.

Nur mit einer Aufteilung könne die Unterstützung für die sunnitische ISIS-Miliz im sunnitischen Bevölkerungsteil gebrochen werden. "ISIS macht nur etwa zehn Prozent der Kämpfer aus. Die Hauptrolle spielen sunnitische Stämme und die Baath-Partei des gestürzten Diktators Saddam Hussein", sagte Al-Saidi.

Bagdad wird nicht fallen

Der General betonte, die Hauptstadt Bagdad sei sicher vor Isis. "Wir haben einen Verteidigungsgürtel rund um Bagdad angelegt, mit vier Divisionen zu je 15.000 Mann. Das sind Elitetruppen. Dazu kommen die Freiwilligen, die immer mehr werden. ISIS kann Terroranschläge verüben, aber Bagdad werden sie nicht erobern", sagte Al-Saidi.

Das iranische Militär ist notfalls bereit, die Regierung im Nachbarland Irak gegen die sunnitischen Rebellen zu unterstützen. Es würden dabei die gleichen Mittel angewendet wie in Syrien, sagte der iranische Brigadegeneral Massoud Jazayeri dem iranischen Fernsehsender Alam am späten Samstagabend.

Details nannte der stellvertretende Generalstabschef nicht. Er verwies lediglich auf Geheimdienst und Volksverteidigungskräfte, die in Syrien seit Ausbruch des Bürgerkrieges eingesetzt werden.

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