Politik | Ausland
22.07.2017

Interpol verbreitet Liste mit 173 potenziellen IS-Terroristen

Sie sollen eigens dafür trainiert worden sein, Selbstmordanschläge in Europa auszuführen, um Rache für den internationalen Militäreinsatz gegen den "Islamischen Staat" zu üben.

Die internationale Polizeiorganisation Interpol hat laut der britischen Zeitung The Guardian (Online) eine Liste mit 173 IS-Kämpfern verbreitet. Sie sollen eigens dafür trainiert worden sein, Selbstmordanschläge in Europa auszuführen, um Rache für den internationalen Militäreinsatz gegen den "Islamischen Staat" (IS) zu üben.

Bisher keine Beweise für Einreise nach Europa

Nach bisherigen Erkenntnissen ist aber keine der 173 Personen nach Europa eingereist, so der Guardian. Durch das bereits am 27. Mai verbreitete Schreiben will Interpol die Zusammenarbeit mit europäischen Geheimdiensten in Bezug auf die genannten Personen verbessern und den Austausch möglicher Daten vorantreiben.

Auf der Liste finden sich laut Guardian zu jeder Person Name, Fotos, das Datum, an dem sie vom IS rekrutiert wurde, den Namen der Mutter und Angaben zur Moschee, in der sie sich am meisten aufhielt.

Ursprünglich sollen die Informationen über die potenziellen Terroristen von US-Geheimdiensten stammen, die diese wiederum aus "vertrauenswürdige Kanälen" aus dem Umfeld der Terrororganisation IS bezogen hätten. Die US-Bundespolizei FBI habe die Liste dann an Interpol weitergeleitet.

US-Verteidigungsminister glaubt nicht an Tod von IS-Chef

US-Verteidigungsminister James Mattis geht nach eigenen Worten davon aus, dass der IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi noch lebt. "Ich denke, Al-Bagdadi ist am Leben", sagte Mattis am Freitag im Pentagon. "Ich werde anders denken, wenn wir wissen, dass wir ihn getötet haben. Wir sind hinter ihm her. Aber wir glauben, dass er am Leben ist."

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hatte in der vergangenen Woche berichtet, dass ranghohe IS-Mitglieder den Tod Al-Bagdadis bestätigt haben sollen. Das US-Militär reagierte skeptisch darauf. Der IS-Anführer war schon mehrfach für tot erklärt worden.

Mitte Juni hatte das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, dass Al-Bagdadi möglicherweise bei einem russischen Luftangriff in der Nähe der syrischen Stadt Al-Rakka ums Leben gekommen sei. Auch weitere Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), 30 Kommandeure und rund 300 Kämpfer sollen bei dem Angriff Ende Mai getötet worden sein. Damals hieß es aus Moskau, man prüfe, ob auch der IS-Chef unter den Toten sei.

Im Juni 2014 hatte Al-Bagdadi in einer Moschee im irakischen Mossul ein Kalifat ausgerufen. Er selbst sah sich in der Nachfolge des Propheten Mohammed und beanspruchte als "Kalif", Führer aller Muslime zu sein. Der IS brachte weite Teile Syriens und des Iraks unter seine Kontrolle. Zuletzt geriet die Terrormiliz aber stark unter Druck.