Politik | Ausland
10.09.2017

In Sprengstofflabor bei Paris wurden Anschlagspläne verfolgt

Zwei am Mittwoch festgenommene Verdächtige dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

In dem am Mittwoch ausgehobenen Sprengstofflabor nahe Paris ist nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft ein Anschlag vorbereitet worden. Allerdings habe es noch keinen ausgearbeiteten Anschlagsplan gegeben, sagte Staatsanwalt Francois Molins am Sonntag. Die beiden festgenommenen Verdächtigen wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Bei den beiden Männern handelt es sich um den 36-jährigen Eigentümer der Wohnung in Villejuif, wo das Lager entdeckt worden war, und einen 37-jähriger Bekannten. In dem Sprengstofflabor wurden 105 Gramm des Sprengstoffs TATP gefunden, der häufig von Jihadisten für Anschläge verwendet wird. Außerdem gab es laut Molins Chemikalienvorräte, die für schätzungsweise drei bis vier Kilogramm TATP gereicht hätten. In der Wohnung, die als Sprengstofflager diente, wurde auch ein Computer mit Propagandamaterial der Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gefunden.

In Frankreich sind bei islamistischen Anschlägen seit Anfang 2015 insgesamt 239 Menschen getötet worden. Eine Reihe von Anschlagsplänen konnte durchkreuzt werden.