Polikastro: Lager wird geräumt

© APA/AFP/SAKIS MITROLIDIS

Registrierung
06/13/2016

Griechenland: 50.000 Flüchtlinge erhalten Papiere

Umfassende Registrierung startet, während Camps im Norden geräumt werden.

Griechenland hat am Montag auf Betreiben des Migrationsministeriums mit der umfassenden Registrierung aller Flüchtlinge und Migranten auf dem Festland begonnen. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr, sollen die rund 50.000 Menschen mit Aufenthaltspapieren ausgestattet werden; außerdem gehe darum, zu erfassen, wer von ihnen Asyl beantragen wolle. Asylverfahren laufen in Griechenland derzeit vorrangig in den Registrierzentren auf den griechischen Inseln; dort werden all jene Flüchtlinge festgehalten, die seit dem Inkrafttreten des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei illegal nach Griechenland eingereist sind. Sie können im Rahmen des Pakts nach der Bearbeitung ihres Asylantrags zurück in die Türkei geschickt werden.

Auf dem Festland hingegen ist die Lage noch ungeklärt; viele Flüchtlinge seien zwar schon einmal registriert worden, doch bei den meisten sei mittlerweile die Aufenthaltsgenehmigung abgelaufen, heißt es aus dem Migrationsministerium.

Im Norden des Landes begannen die Behörden inzwischen mit der Räumung von zwei improvisiertem Flüchtlingscamps. Wie der Radiosender Athina 984 berichtete, leben in der Nähe des Ortes Polikastro nahe der Grenze zu Mazedonien an einer Tankstelle und auf dem Grundstück eines Hotels insgesamt rund 3.000 Menschen, die mit Bussen in staatliche Auffanglager gebracht werden sollen.

Wie bei der Räumung des Flüchtlingslagers von Idomeni Ende Mai sei das Gebiet auch diesmal von der Polizei weiträumig abgesperrt worden. Damals wollten längst nicht alle der mehr als 8.000 Bewohner in staatliche Auffanglager umsiedeln. Viele ließen sich an anderen Orten nahe der Grenze nieder, unter anderem bei Polikastro. Von den staatlichen Auffanglagern heißt es, die Lebensbedingungen dort seien schlecht. Darüber hinaus hoffen viele Flüchtlinge und Migranten weiterhin, die Grenze nach Mazedonien könne sich doch noch öffnen und den Weg nach Mittel- und Nordeuropa freigeben.

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