Rebellen in Debalzewo: Es war die verlustreichste Schlacht für Kiew.

© APA/EPA/ALEXANDER ERMOCHENKO

Ukraine-Krise
02/21/2015

Geheimpapier: Annexion der Krim war lange geplant

Laut einer Moskauer Zeitung setzten die Russen schon vor dem Umsturz auf Destabilisierung.

von Walter Friedl

Ist das Papier, über das die Moskauer Tageszeitung Nowaja Gaseta verfügt, tatsächlich echt, dann hatte der Kreml von Anfang an ein klares Drehbuch für die Einverleibung der Halbinsel Krim und in weiterer Folge für die Ostukraine. Denn in dem Strategie-Dokument heißt es laut dem Chefredakteur des Blattes, Dmitrij Muratow, dass man "auf die Zentrifugalbestrebungen verschiedener Regionen setzen müsse, mit dem Ziel den Anschluss der östlichen Gebiete an Russland zu initiieren". Namentlich seien die Krim und die Regionen um Charkiw erwähnt, so Muratow, der das Papier kommende Woche zur Gänze veröffentlichen will.

Erstellt worden sei das Schriftwerk zwischen dem 4. und 15. Februar 2014 – also vor dem Sturz des Moskau-treuen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch, der gestern vor einem Jahr stattfand. Doch auf den befreundeten Staatschef gab man in Russland nur mehr wenig: Mit seinem (erzwungenen) Abgang sei jederzeit zu rechnen, heißt es angeblich in dem Papier.

Oligarch mischte mit

Verfasst worden sei es von mehreren Personen und dann dem Kreml zugetragen worden, der es laut dem Chefredakteur für gut befunden hat. Einer der Autoren sei der russische Oligarch Konstantin Malofejew, der sich selbst als "Monarchisten" bezeichnet. Der 39-Jährige soll den Aufruhr auf der Krim geschürt haben, unter anderem dadurch, dass er dem "Volksbürgermeister" von Sewastopol, der Haupt-Stadt der Halbinsel, eine Million Dollar überwiesen habe.

Und über Malofejewes früheren PR-Berater Alexander Borodai führt auch eine Spur zu den pro-russischen Separatisten in die Ostukraine: Borodai war bis August des Vorjahres "Premierminister" der "Volksrepublik Donezk".

In diesem Teil der Ukraine wurden die Kämpfe auch am Samstag fortgesetzt, wobei die Regierung in Kiew und Sprecher der Aufständischen einander gegenseitig beschuldigten, die eigentlich geltende Waffenruhe verletzt zu haben.

Indes gaben die ukrainischen Behörden bekannt, dass in dem militärischen Ringen um Debalzewo, das nun die Rebellen kontrollieren, 179 Soldaten gefallen und weitere 81 noch vermisst seien. Damit war die Schlacht um diesen wichtigen Verkehrsknoten die für Kiew bisher verlustreichste seit Beginn der blutigen Auseinandersetzungen im vergangenen April. Beobachter hatten ursprünglich mit noch mehr Opfern auf Regierungsseite gerechnet. Insgesamt wurden schon 5700 Menschen getötet.

Ein Teil des Minsk-II-Abkommens wurde Samstag umgesetzt. An der Frontlinie in der Region Lugansk wurden Gefangene ausgetauscht. 139 ukrainische Soldaten und 52 prorussische Separatisten wurden an die jeweils andere Konfliktpartei übergeben.

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