Politik | Ausland
04.09.2017

Gaza für eine Million Kinder nicht mehr bewohnbar

Täglich nur noch zwei bis vier Stunden lang Strom. Wegen unbehandelten Abwassers droht Umweltkatastrophe.

Die Hilfsorganisation Save the Children hat den Gazastreifen für rund eine Million Kinder als "nicht mehr bewohnbar" eingestuft. In dem Küstenstreifen gebe es täglich nur noch zwei bis vier Stunden lang Strom, hieß es in einem Bericht, den die Organisation in der Nacht zum Dienstag veröffentlichte.

Für mehr als 740 Schulen sei es ein harter Kampf, ohne Strom zu funktionieren. Der schlechte Zustand von Gesundheits- und Notfalleinrichtungen gefährde das Leben der Kinder. Wegen unbehandelten Abwassers drohe eine Umweltkatastrophe. Viele Kinder könnten angesichts der Umstände nicht schlafen, lernen oder spielen.

"Eine Million Kinder in Gaza leben unter schrecklichen Umständen"

"Eine Million Kinder in Gaza leben unter schrecklichen Umständen", heißt es in dem Bericht. Viele hätten das muslimische Opferfest Eid al-Adha im Dunkeln verbracht.

Die Organisation rief Israel dazu auf, die Blockade des Gazastreifens aufzuheben. Israelische und palästinensische Behörden müssten die Versorgung der Einwohner gewährleisten. "Die internationale Gemeinschaft hat nicht auf das Leiden der palästinensischen Kinder in Gaza reagiert", beklagte Save the Children.

Die Hamas hatte 2007 gewaltsam die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen. Sie wird von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft. Israel hat eine Blockade über den Küstenstreifen verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Israel ermöglicht aber die Einfuhr humanitärer Hilfsmittel.

Stromlieferungen an Gazastreifen weiter gekürzt

Zuletzt wurden auf Wunsch des palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas (Abu Mazen) Stromlieferungen an den Gazastreifen weiter gekürzt. Hintergrund ist ein Machtkampf der Fatah-Organisation von Abbas und der Hamas.