Politik | Ausland
06.06.2017

Gabriel wirft Riad "Trumpisierung" in Katar-Krise vor

Mit einer weiteren Eskalation sei niemanden gedient, meinte der deutsche Außenminister kurz vor dem Treffen mit seinem saudischen Amtskollegen.

Kurz vor einem Treffen mit seinem saudischen Kollegen hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel Saudi-Arabien eine "Trumpisierung" des Konflikts mit Katar vorgeworfen. "Katar soll offenbar mehr oder weniger vollständig isoliert und existenziell getroffen werden", sagte der Gabriel dem "Handelsblatt" nach einer Mitteilung vom Dienstag.

"Besonders gefährlich"

"Eine solche Trumpisierung des Umgangs miteinander ist in einer ohnehin krisengeschüttelten Region ganz besonders gefährlich", warnte der deutsche Außenminister in Anspielung auf US-Präsident Donald Trump. Mit einer weiteren Eskalation sei niemanden gedient. Die Golfmonarchien seien entlang religiöser, ethnischer, politische und weltanschaulicher Konflikte gespalten.

Gabriel trifft am Mittwoch den saudischen Außenminister Adel Al-Jubeir in Berlin und kritisierte die saudischen Waffeneinkäufe in den USA. "Die jüngsten gigantischen Rüstungsdeals des amerikanischen Präsidenten Trump mit den Golfmonarchien verschärfen das Risiko einer neuen Aufrüstungsspirale. Das ist eine völlig falsche Politik, und sicher nicht die Politik Deutschlands", sagte er. Deutschland und seine Verbündeten hätten durch das Atomabkommen mit dem Iran bis auf weiteres die Gefahr einer nuklearen Aufrüstungsdynamik in der Region gebannt. Berlin setze darauf, dass es bald wieder möglich sei, miteinander zu reden und Konflikte durch Gespräche zu entschärfen. "Ein tiefgehender Streit unter Nachbarn ist da eigentlich das Letzte, das man gebrauchen kann", sagte er.