Gabriel: SPD müsse bereit sein, "dieser Wut eine Stimme zu geben".

© APA/AFP/dpa/BERND VON JUTRCZENKA

Deutschland
05/14/2016

Gabriel will offenen Konkurrenzkampf um Kanzlerkandidatur

SPD-Chef wünscht sich "zwei oder drei" Interessenten.

Der Chef der deutschen Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, will einen offenen Konkurrenzkampf um die Kanzlerkandidatur seiner Partei. "Es wäre hervorragend, wenn es im nächsten Jahr zwei oder drei Leute aus der Führungsspitze der SPD gäbe, die sagen: Ich traue mir das zu", sagte der intern unter Druck geratene deutsche Vizekanzler und Wirtschaftsminister dem Magazin Der Spiegel vom Samstag.

Bei mehreren Anwärtern werde es vor der nächsten Bundestagswahl einen Mitgliederentscheid geben. Gabriel sagte gegenüber dem Hamburger Nachrichtenmagazin weiters, er klebe nicht an seinem Stuhl als Parteichef: "Wer sich selbst für unersetzbar hält oder - was noch schlimmer wäre - sein eigenes Selbstwertgefühl nur aus einem Amt bezieht, ist eigentlich schon deshalb nicht geeignet."

Angesichts schlechter Umfragewerte gestand er auch Fehler ein. So sei es der SPD in der Flüchtlingskrise nicht gelungen, "einen rationaleren Ton in die öffentliche und parteiinterne Debatte zu bekommen". Angesichts von Umfragen, die die SPD bei rund 20 Prozent sehen, sei es für seine Partei aus heutiger Perspektive "schwierig, den Kanzler zu stellen".

"Dieser Wut eine Stimme zu geben"

Gabriel kritisierte, dass der VW-Konzern trotz des Skandals um manipulierte Abgaswerte seinen Vorständen hohe Erfolgsprämien zahlen will. Die SPD müsse "gegen den Wahnsinn vorgehen, dass sich Unternehmensvorstände wie etwa die von VW mitten in der größten Krise millionenschwere Boni genehmigen", sagte er dem Spiegel weiter. Die Wut der Menschen über solche Praktiken sei riesengroß, die SPD müsse bereit sein, "dieser Wut eine Stimme zu geben".

Am vergangenen Wochenende hatte Focus-Herausgeber Helmut Markwort in einer Talkrunde gesagt, Gabriel wolle zurücktreten. Dies war von der Partei als Unsinn zurückgewiesen worden.

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