Politik | Ausland
11.07.2017

G-20-Krawalle: Maas forciert Fahndung nach Tätern

Nach gewalttägigen Protesten in Hamburg: Der deutsche Justizminister Heiko Maas fordert von EU-Amtskollegen eine intensivere, grenzüberschreitende Kooperation.

Nach den schweren Ausschreitungen beim G-20-Gipfel hat die deutsche Regierung ihre EU-Partner aufgefordert, die Fahndung nach den Tätern zu forcieren.

Auswertung von Fotos und Videos

"Viele Fotos und Videoaufnahmen werden jetzt ausgewertet, um die Täter namhaft zu machen. Dabei sind wir auch auf die Unterstützung unserer ausländischen Partner angewiesen", schrieb der deutsche Justizminister Heiko Maas ( SPD) nach Informationen der Funke-Mediengruppe (Dienstag-Ausgaben) an seine europäischen Kollegen.
Maas ersucht die EU-Justizminister dem Bericht zufolge, deutsche Rechtshilfeersuchen im Zusammenhang mit den G-20-Krawallen von den nationalen Behörden vordringlich bearbeiten zu lassen. Zugleich bitte er darum, rasch Europäische Haftbefehle zu vollstrecken, die von deutscher Seite ausgestellt würden.

Dutzende Verdächtige in U-Haft

In Hamburg sitzen zurzeit 51 Verdächtige in Untersuchungshaft. Unter ihnen sind neben zahlreichen Deutschen auch Bürger aus anderen Staaten wie Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden oder der Schweiz. Im Zusammenhang mit den Ausschreitungen am Rande des G-20-Gipfels wurden auch zwei Österreicher festgenommen.

"Der derzeitige Wissensstand ist, dass es zwei Festnahmen österreichischer Staatsbürger gegeben hat", sagte Außenministeriumssprecher Thomas Schnöll am Montagabend gegenüber der APA. Die beiden Personen wurden aber unmittelbar danach wieder frei gelassen.

Blick in die Gipfel-Zukunft

Maas forderte in seinem Brief an die europäischen Partner eine Intensivierung der grenzüberschreitenden Kooperation. Die Zusammenarbeit solle so verbessert werde, "dass nicht beim nächsten Gipfeltreffen ein anderer Staat und eine andere Stadt von europäischen Krawalltouristen heimgesucht werden", zitieren die Funke-Zeitungen aus dem Schreiben.