EU: Noch immer nicht mehr Frauen in der Politik

NATIONALRAT: STÖGER / HEINISCH HOSEK
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER Frauenministerin Heinisch-Hosek.

Österreich liegt mit 29 Prozent Frauenanteil in der Regierung im Mittelfeld.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Frauenanteil in Spitzenfunktionen der EU-Staaten und im EU-Bereich stagniert.
  • Er beträgt 28 Prozent in den nationalen Regierungen, in Österreich sind es 29.
  • Die Zahl der Regierungschefinnen im vergangenen Jahr ist von vier auf drei gesunken.
  • Jene der Parlamentspräsidentinnen ist von sieben auf neun gestiegen.
  • In Zypern gibt es keine einzige Bürgermeisterin

Unter den 21 Staatspräsidenten gibt es drei Frauen, nämlich die Präsidentinnen in Litauen, Kroatien und Malta. Dies ist ein Anteil von 14,3 Prozent. Das geht aus Unterlagen von Werner Zögernitz, Leiter des Instituts für Parlamentarismus und Demokratiefragen hervor. In den sieben Monarchien sind zwei Frauen das Staatsoberhaupt, in Dänemark und im Vereinigten Königreich. Mit Deutschland, Lettland und Polen gibt es nur noch in diesen drei statt davor vier Ländern Regierungschefinnen. Der Frauenanteil betrug somit 2015 nur noch 10,7 statt 14,3 Prozent im Jahr davor.

28 Prozent Frauenanteil EU-weit in Regierungen

Der Frauenanteil in den nationalen Regierungen der EU-Staaten betrug wie im Vorjahr durchschnittlich 28 Prozent, Österreich liegt mit knapp 29 Prozent etwa im Schnitt. Den größten Frauenanteil hat Schweden mit 50 Prozent vor Frankreich mit 48 Prozent und Slowenien mit 47 Prozent. Unter zehn Prozent liegt der Frauenanteil in Malta (sieben Prozent) und in Zypern (acht Prozent). Gar keine Frauen gibt es in den Regierungen von Griechenland, der Slowakei und Ungarn.

In den Parlamenten (erste oder einzige Kammer) ist der Frauenanteil in den EU-Mitgliedstaaten leicht von 28 auf 29 Prozent gestiegen. An der Spitze liegt dabei wieder Schweden mit 44 Prozent vor Spanien (43 Prozent) und Finnland (42 Prozent). Österreich liegt mit knapp 31 Prozent Frauenanteil im Nationalrat etwas über dem Schnitt. Die Schlusslichter bilden auch hier Ungarn (zehn Prozent), Malta und Zypern (je 13 Prozent). In neun der 28 EU-Staaten leitet eine Frau das nationale Parlament. Neben Österreich gibt es u.a. auch in Bulgarien, Dänemark oder Portugal eine Präsidentin.

Keine einzige Bürgermeisterin in Zypern

Im Europäischen Parlament ist der Frauenanteil mit 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben. An der Spitze liegen Malta (67 Prozent), Finnland (62 Prozent) und Irland (55 Prozent). Je die Hälfte Frauen sind es neben Österreich in Estland, Lettland und Schweden. Schlusslicht ist Litauen mit nur neun Prozent.

Bei den regionalen Regierungen beläuft sich der Frauenanteil unter den Vorsitzenden in 297 Regionen auf elf Prozent. Bei den Regierungsmitgliedern sind es im Durchschnitt 35 Prozent. Österreichs Landesregierungen haben einen Frauenanteil von 31 Prozent. In den Regionalversammlungen (Landtagen) sind 33 Prozent der Vertreter Frauen. Österreich liegt mit 32 Prozent ungefähr im Durchschnitt. Weit über diesem liegen Frankreich (49 Prozent) und Schweden (48 Prozent), weit darunter hingegen Ungarn (zwölf Prozent) sowie Rumänien und die Slowakei mit je 15 Prozent. In einem Fünftel der Regionalversammlungen führt eine Frau den Vorsitz.

Der Anteil der Bürgermeisterinnen in den EU-Staaten ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen auf 15 Prozent. An der Spitze liegt einmal mehr Schweden, wo 37 Prozent der Ortschefs weiblich sind. Österreich rangiert mit seinen rund sechs Prozent im untersten Viertel. Absolutes Schlusslicht ist Zypern mit 0 Prozent.

(APA / tt) Erstellt am
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