Politik | Ausland
03.07.2017

Ist Moscovici der nächste Jean-Claude Juncker?

Der französische Kommissar liebäugelt mit einer Kandidatur für das Amt des Kommissionspräsidenten.

Der französische EU-Währungskommissar Pierre Moscovici liebäugelt mit dem Amt des Kommissionspräsidenten. "Die Kandidatur für das Amt des Kommissionspräsidenten könnte mich interessieren", sagte der 59-Jährige der Zeitung Welt am Sonntag.

Der frühere französische Finanzminister stellte allerdings Bedingungen: "Ich würde keine Kampagne nur um der Kampagne wegen anführen wollen, sondern mit dem Anspruch, zu gewinnen. Europas Sozialdemokratie ist in einer Krise. Es fehlt an Geschlossenheit, Führung und Ideen. Die Frage ist, ob wir das in zwei Jahren wieder aufbauen können." Moscovici gehört der französischen Parti Socialiste an, die zur europäischen Parteifamilie S&D gehört.

"Wir müssen aufhören, die Vertreter der Mitte als Verräter anzusehen und die Linken als Verrückte."

Die Sozialdemokratie in Europa müsse sich erneuern, forderte Moscovici. "Wir müssen aufhören, die Vertreter der Mitte als Verräter anzusehen und die Linken als Verrückte. Wir müssen Konzepte entwickeln, wie wir die Ungleichheit in Europa beenden. Wir müssen Führung zeigen, international wie in Europa."

Eine Kandidatur sei für ihn nicht die einzige Zukunftsoption, betonte Moscovici. "Ich könnte auch gut etwas ganz anderes machen", sagte er.

2019 wird über einen Nachfolger von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker entschieden werden müssen. Die Staats- und Regierungschefs dürften an der Praxis festhalten, den Spitzenkandidaten des siegreichen Parteienbündnisses bei den Europawahlen an die Spitze der Behörde zu berufen.