Politik | Ausland
15.04.2017

"FPÖ sollte auch als Juniorpartner in Regierung"

FP-Landesrat Alexander Petschnig ist auch als Nr. 2 für Bündnis mit SPÖ.

Fragt man burgenländische Rote zu den beiden blauen Mitgliedern der Landesregierung, erntet man zwei Seufzer: Der eine drückt die liebe Not mit der allzuoft substanzarmen Ankündigungspolitik von Landeshauptmannvize Hans Tschürtz aus, der andere signalisiert – mitunter gereizt – Respekt vor dem sattelfesten Alexander Petschnig.

Der 44-jährige gebürtige Kärntner Petschnig, den die Liebe zu einer Burgenländerin nach Pannonien verschlagen hat, lenkt die Ressorts Wirtschaft und Tourismus bisher ohne Schnitzer. Der 1,93-Meter-Mann fällt eher durch Pragmatismus (bei Ausländerbeschäftigung) und Beharrlichkeit (bei der Tourismusreform) auf, als durch ideologische Kraftmeierei.Im Eisenstädter Landhaus gilt der Doppelmagister für Volkswirtschaft und Wirtschaftsinformatik, der sich als "Zahlenmensch" sieht, deshalb seit geraumer Zeit als ministrabel, sollte die FPÖ der nächsten Bundesregierung angehören.

Vom KURIER befragt, antwortet der frühere Mitarbeiter im Finanzministerium routiniert: "Das steht nicht in meinem Fokus, ich bin im Burgenland für fünf Jahre gewählt". Nachsatz: Sollte sich aber "irgendwann die Situation ergeben, wird das neu zu bewerten sein".

Das könnte früher als geplant sein, denn der FPÖ-Landesrat geht davon aus, dass spätestens Anfang 2018 gewählt wird – vor den Landtagswahlen in Kärnten, NÖ, Tirol und Salzburg. Für SteuerwettbewerbDerzeit tüftelt die FPÖ an einem Wirtschaftsprogramm. Petschnig plädiert dabei für einen Steuerwettbewerb der Länder, dann "könnte man sich das Brimborium um den Finanzausgleich ersparen". Dass beim Steuerdumping gerade das Burgenland unter die Räder käme, glaubt er nicht: "Unsere schlanke Verwaltung und ein günstiges Lohnniveau sind ein Startvorteil".

Mit wem die FPÖ in einer Koalition an den Start gehen sollte? "Die positive Erfahrung mit Rot-Blau im Burgenland prägt. Wenn man mich fragt, würde ich diese Koalition empfehlen". Sollten die Blauen auch als Juniorpartner in die Regierung gehen? "Aus meiner Sicht definitiv", sagt Petschnig ohne Zögern.

Auch im Burgenland habe die FPÖ jüngst in einer Umfrage zugelegt, obwohl sie als 15-Prozent-Partei mit der mächtigen SPÖ (42 Prozent) regiert, und "unsere Wähler erwarten sich, dass die eigene Politik umgesetzt wird". Wer macht den Vizekanzler – Heinz Christian Strache oder Norbert Hofer? Petschnig: "Nachdem Strache am Parteitag einstimmig zum Spitzenkandidaten gewählt wurde, gehe ich davon aus, dass er das machen würde".