Politik | Ausland
21.11.2017

Flüchtlinge entlarven IS-Terroristen in Deutschland

Sechs mutmaßliche IS-Mitglieder wurden in Deutschland festgenommen. Die Männer aus Syrien wollten angeblich einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt verüben. Die Männer sollen als Flüchtlinge registriert sein. Die Hinweise auf die Gefahr kam ebenfalls von Flüchtlingen.

Bei einer Großrazzia in mehreren deutschen Bundesländern sind am Dienstag sechs mutmaßliche Mitglieder der Jihadistenmiliz " Islamischer Staat" (IS) festgenommen worden. Sie würden verdächtigt, "einen Anschlag mit Waffen oder Sprengstoff auf ein öffentliches Ziel in Deutschland vorbereitet zu haben", teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit.

Die Anschlagsplanung soll aber noch nicht abgeschlossen gewesen sein. Die Ermittlungen richten sich den Angaben zufolge gegen sechs Syrer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren. Vier von ihnen halten sich demnach seit Dezember 2014 und zwei seit dem Spätsommer 2015 als Asylbewerber in Deutschland auf. Sie werden der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat verdächtigt.

Anschlag auf Weihnachtsmarkt in Deutschland geplant

Einem Bericht zufolge sollen die Verdächtigen einen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben. Ziel soll der Markt in Essen gewesen sein, wie der Hessische Rundfunk am Dienstag unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtete. Ein Sprecher der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft sagte, er könne dies weder bestätigen noch ausschließen.

Auf die Spur der sechs Männer kamen die Ermittler laut einem Bericht der konservativen Tageszeitung "Die Welt" durch Hinweise von Flüchtlingen. Die Männer sollen demnach unter falscher Identität als Bürgerkriegsflüchtlinge nach Deutschland eingereist sein. Zeugen hätten angegeben, dass die Männer in Syrien als IS-Kämpfer aktiv gewesen seien, berichtete das Blatt.

Zwei Festnahmen in Frankreich wegen Anschlägen von Jänner 2015

Knapp drei Jahre nach den Anschlägen auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt in Paris sind zwei mögliche Mittelsleute festgenommen worden. Vonseiten der Ermittler hieß es am Dienstag, es handle sich um eine Frau und einen Mann. Sie würden verdächtigt, den Attentätern Waffen geliefert zu haben.

In diesem Jahr hat es in Frankreich im Zusammenhang mit den Anschlägen eine Reihe von Festnahmen gegeben. Es ist jedoch weiter unklar, wie die Attentäter an ihre Waffen kamen.

Im Jänner 2015 hatten zwei Islamisten die Redaktion von "Charlie Hebdo" in Paris gestürmt und zwölf Menschen erschossen, unter ihnen einige der bekanntesten Karikaturisten des Landes. Zwei Tage später nahm ein Komplize Geiseln in einem Supermarkt für koschere Lebensmittel und tötete vier Menschen.