Mittelmeer
05/28/2016

Flüchtlinge: 45 Leichen geborgen, 14.000 gerettet

Die Rettungsmannschaften sind im Dauereinsatz.

Auf der Flüchtlingsroute zwischen Libyen und Italien sind diese Woche 14.000 Menschen gerettet worden. 45 Leichen wurden geborgen. Nach insgesamt drei Schiffstragödien in dieser Woche werden Dutzende Menschen vermisst. Dutzende Schiffe unter der Leitung der italienischen Marine waren im Einsatz, um die Migranten zu retten. Allein am Freitag kam es zu 17 Rettungseinsätzen, bei denen 2.000 Menschen in Sicherheit gebracht wurden, teilte die italienische Marine mit. Am Samstag traf der italienische Schlepper "Vos Thalassa" in Catania ein. 900 Menschen wurden vom Roten Kreuz versorgt. Ein weiteres Schiff mit 600 Migranten traf im sizilianischen Hafen Augusta ein. 700 Migranten an Bord eines spanischen Militärschiffes erreichten den apulischen Hafen von Taranto. Die meisten Flüchtlinge seien im Seegebiet etwa 50 Kilometer nördlich der libyschen Stadt Zuwara gefunden worden, hieß es.

Gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt

Mit dem Beginn der warmen Jahreszeit wagen wieder mehr Flüchtlinge die Überfahrt aus Nordafrika. Humanitäre Organisationen warnten, dass die Flüchtlingswelle in den kommenden Wochen weiterhin anhalten wird. Bis Jahresende rechnet das italienische Innenministerium, dass eine Rekordzahl von 200.000 Migranten Italien erreichen wird. Das Mittelmeer gilt als die gefährlichste Flüchtlingsroute der Welt: Seit Anfang des Jahres sind nach Schätzungen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mindestens 1.350 Menschen ertrunken.

"Der EU droht der Kollaps"

Der italienische Premier Matteo Renzi hob die Leistungen der Rettungsmannschaften hervor. Er machte hinzu Druck auf die internationale Gemeinschaft für Stabilisierungsinitiativen in Nordafrika. Nur mit konkreten Maßnahmen zur Förderung des Wachstums in den afrikanischen Ländern könne man die Flüchtlingszuwanderung nach Europa stoppen, meinte Renzi. Innenminister Angelino Alfano drängte auf eine raschere Umverteilung der Migranten in Europa. "Die Antwort Europas auf Notstände ist langsam, während Menschenhändler und Terroristen sehr schnell sind", sagte Alfano. Auch die Heimführung von Migranten, die kein Recht auf Verbleib in Europa haben, müsse beschleunigt werden. "Der EU droht ansonsten der Kollaps", sagte der Innenminister.

Die ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord sprach von einer "Flüchtlingsinvasion". Lega-Chef Matteo Salvini forderte ein Treffen mit Renzi, um ihm Vorschläge zur Bekämpfung des Menschenhandels vorzulegen. "40.000 Migranten sind seit Jahresbeginn in Italien eingetroffen. Wir können nicht passiv zusehen, wie Italien überflutet wird", so Salvini.

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